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Heilende Schlucke

von Kollmann, Harald 
Vorwort:
Geleitwort

Ein schnell wachsender Teil unserer Bevölkerung hat erkannt, daß es eine echte Alternative zur Schulmedizin gibt: die klassische Homöopathie. Nur - der nächste vertrauenswürdige Homöopath ist vielleicht gut 50 km entfernt und nimmt wegen Überlastung erst noch keine neuen Patienten mehr an.

So versucht man, sich eben selbst zu helfen, wo es geht. An Ratgebern zur homöopathischen Selbstbehandlung fehlt nicht. Diese sind in der Regel so aufgebaut, daß zu den einfachen Krankheiten die dazu am häufigsten in Frage kommenden Mittel aufgeführt sind und kurz beschrieben werden. Was tut man aber, wenn bei der Erkältung, die einen eben ins Bett gelegt hat, keines der erwähnten "Erkältungsmittel" paßt? -
Symptome hat man immer, sonst wäre man ja nicht krank. Jedes einzelne Symptom läßt aber auf bestimmte Mittel schließen. Schaut man nun unter jedem Symptom die dazu passenden Mittel nach, findet man schließlich meist das Mittel, das Erkältung heilen wird. Auch der Homöopath geht in schwierigeren Fällen so vor. Dazu braucht man ein Symptomenverzeichnis oder Repertorium. Das vorliegende Buch ist ein solches Repertorium - das erste Repertorium für Laien!

Freilich, ein gutes Buch macht einen Laien noch nicht zum Fachmann. Auch wenn man dieses Buch gründlich studiert und gewissenhaft anwendet, wird man - das soll nicht verschwiegen werden - nicht immer das heilende Mittel finden. Homöopathie ist keine einfache Methode. Doch die "Heilenden Schlucke" geben jedem die Möglichkeit in die Hand, im Falle von Krankheit zu versuchen, sich und seinen Angehörigen selber zu helfen. Vielfach werden so Antibiotika und andere unterdrückende Medikamente zu vermeiden sein.
Darüberhinaus kann dieses Buch auch dem angehenden Homöopathen wertvolle Hilfe leisten.

Ich wünsche jedem Benutzer dieses Buches viel Erfolg und Freude bei der Anwendung.

Dr. med. Walter Meili Zürich, im November 1994

VORWORT

Ein Rallyefahrer trainiert. Er fährt mit seinem Geländemotorrad über eine Baumwiese und erblickt einen Apfelbaum mit herrlichen roten Äpfeln. Im Gras liegend bietet sich ein großer, reifer Apfel an. Ohne abzusitzen, denn Rallyefahrer haben es ja immer so eilig, greift er den Apfel und beißt sofort herzhaft hinein.

Plötzlich wirft er den Apfel weg, gibt Gas und rast, von panischer Angst getrieben, auf dem kürzesten Weg nach Hause. Seiner Frau kann er nicht einmal mehr sagen, was passiert ist:

Sein innerer Hals ist fast völlig zugeschwollen, denn er hatte bei seinem hastigen Biß in den Apfel eine Wespe mit in den Mund bekommen. Die hatte ihn an einer lebensgefährlichen Stelle gestochen. Mann und Frau stehen wie gelähmt vor Ratlosigkeit. Um den Notarzt zu rufen, ist es zu spät. Da erinnert sich die Frau:

Der Nachbar besitzt eine homöopathische Hausapotheke und versteht sie auch zu gebrauchen.

Das ersehnte Wunder kommt zustande: Zwei winzige Kügelchen eines homöopathischen Mittels werden in Wasser aufgelöst, und davon muß der Mann, der dem Ersticken nahe ist, alle drei Minuten ein Schlückchen nehmen.

Bereits nach wenigen Schlucken ist die Schwellung merklich zurückgegangen, so daß er wieder normal atmen kann. Sichtlich erleichtert fragt die Frau den Nachbar mit seinen eigentlich nichtssagenden Kügelchen interessiert: "Und was ist das nun für ein Mittel, daß so toll wirkt?" Die Antwort:

"Bienengift!"

Ja, die Homöopathie ist schon eine verrückte Sache! Aber sie hilft. Und sie hilft ohne jede schädliche Nebenwirkung. Auf dem gleichen Prinzip können Sie ohne weiteres einen verkorksten Magen in Ordnung bringen, eine akute Angina heilen, einen Sommerdurchfall stoppen, akute rheumatische Schmerzen lindern oder gar beseitigen. Man kann den Heilungsprozeß von Wunden verkürzen und selbst einen Sonnenbrand erstaunlich schnell zum Abklingen veranlassen. Mit Homöopathie kann man noch vieles andere erreichen. In unserem Fall haben wir nur die akuten Gesundheitsstörungen im Visier. Darunter versteht man seit kurzem entstandene Erkrankungen mit einem schnellen, zuweilen stürmischen Verlauf.

Länger als sechs Wochen dauernde Erkrankungen sind bereits chronisch und daher für eine Selbstbehandlung ungeeignet.

Zur Behandlung chronischer Sachen, zum Beispiel einer Neigung zu wiederholten Mandelentzündungen, werden Sie nicht drumherumkommen, sich bei einem erfahrenen Arzt oder Hellpraktiker für klassische Homöopathie anzumelden, um Ihre Konstitution behandeln zu lassen.

Aber in Bezug auf akute Erkrankungen werden Sie mancherlei Hilfe durch dieses Buch erfahren können, vorausgesetzt, Sie studieren die Benutzungsanweisung, beherzigen die paar Spielregeln, die erforderlich sind und halten sich genauestens daran. Die Homöopathie beruht nämlich aufbestimmten Gesetzmäßigkeiten. Sie erhalten die Gelegenheit, eigene Erfahrungen zu sammeln. Schon nach wenigen Versuchen werden Sie merken, daß es gar nicht so schwierig ist. Sie finden Ihr homöopathisches Mittel anhand von Symptomverzeichnissen. Weit über 3000 Symptome können verwendet werden.

Erwarten Sie aber bitte nicht, daß man mit dieser Anleitung alles machen kann. In der Homöopathie gibt es Hunderte von Mitteln. Uns stehen hier ganze 50 zur Verfügung. Aber auch ein Anderes muß noch gesagt werden: Wenn Sie die Absicht haben, mittels dieser Anweisungen und der zugehörigen Apotheke (siehe letzte Buchseite) ein krankes Familienmitglied zu behandeln, übernehmen Sie eine große Verantwortung. Sie sind ja kein Arzt und können nicht wissen, daß sich hinter dem "Halsweh" des Kindes, wenn auch nur in seltenen Fällen, eine gefährliche Diphtherie, und hinter einem "Bauchweh", eine Blinddarmentzündung verbergen kann.

Ein Mann in besten Jahren, der in medizinischer Hinsicht auch Laie war, hatte seine angeblich "fieberhafte Bronchitis" selbst behandelt. Er versuchte es mit einem Mittel, mit einem zweiten und schließlich einem dritten.

Wertvolle Zeit verstrich ungenutzt, denn keines der drei Mittel half und nach wenigen Wochen starb der Mann. Er hatte nämlich keine banale Bronchitis. Es war Lungenentzündung!

Damit ist der Gebrauch dieses Buches für Sie bereits eingegrenzt: Sie müssen im Verlauf unserer Ausführungen sehr bald erkennen, was Sie tun können und wo der Arzt zuständig ist. Im Zweifelsfall ist immer der Arzt zuständig. Es ist für Sie schon beruhigend, wenn Sie seine Diagnose erfahren haben.

Übrigens: Wer wegen etwas Chronischem in einer homöopathischen Langzeitbehandlung steht, sollte bei einer akuten Störung nichts einnehmen ohne Rücksprache mit dem Buchhändler.

Aber auch bei ärztlicher Behandlung haben Sie mit Ihrer homöopathischen Hausapotheke einen nicht zu unterschätzenden Vorteil: Sie sagen Ihrem Homöopathen am Fernsprecher Ihre Symptome und er sagt Ihnen das entsprechende Mittel. Sie brauchen dann dieses Mittel nicht erst in der Apotheke zu bestellen und womöglich tagelang darauf zu warten, sondern entnehmen es sofort Ihrer Hausapotheke und schon kann die Behandlung beginnen.

Sie können sogar bei der Mittelsuche Ihres Behandlers behilflich sein, denn dank der hier gegebenen Anleitung, werden Sie genau wissen, worauf es ankommt.

Das Wichtigste aber ist dieses: Nachdem unser Staat bestrebt ist, die Verantwortung und auch die Kosten für die Gesundheit Schritt für Schritt immer mehr dem Bürger aufzuerlegen, wird es höchste Zeit, darüber nachzudenken, wie man sich, wenigstens unter bestimmten Voraussetzungen, im Krankheitsfall selbst helfen kann.

Eine diesem Buch beigefügte Leitschiene aus Pappe soll Ihnen die Zuordnung der Symptome zu den Mitteln erleichtern.
Herzlich zu danken habe ich meiner verehrten Kollegin Sabine Zimmermann aus Murrhardt für viele kreative Ideen und Herrn Dr. med. Walter Meili, Arzt für klassische Homöopathie in Zürich für sein gründliches Korrekturlesen und viele wertvolle Hinweise.

Harry Kollmann
Sulzbach, im Sommer 1995

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