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Globuli II / 2009 - AD(H)S bei Kindern, Arzneimittelporträt: Formica rufa (die Waldameise)

von Vermeulen, Frans  
Leseprobe:
Ruhelos, zornig, ungeduldig,
intelligent, gelangweilt ...
Zu Beginn der Behandlung im Jahr 2007 ist Felix sieben Jahre alt. Er fällt in der Schule auf durch Zwischenrufe, laute Geräusche und Aufstehen während des Unterrichts. Kurz und gut: er langweilt sich.

Sein Intelligenzquotient liegt bei 130. Er ist ungeduldig und hinterfragt alles. Seinen Altersgenossen ist Felix weit voraus, weil er u.a. bereits flüssig liest. Er hat sich das
Lesen selbst beigebracht. Felix kam durch Kaiserschnitt zur Welt, ist meist fröhlich und geht offen, fast distanzlos, auf Fremde zu. Er fürchtet sich vor Räubern und Einbrechern. Nachts braucht er noch Licht. Er hatte bisher keine schwereren Erkrankungen. In letzter Zeit wirkt Felix stimmungsmäßig etwas gedrückt, er kommt wohl durch sein Verhalten nicht gut bei seinen Mitschülern
an. Seine Phantasie ist stark ausgeprägt. Er würde gerne fliegen können, wie ein Flugzeug, ein Vogel oder ein Schmetterling. Er ist sehr anhänglich, schmust und kuschelt gern. Er kommuniziert und kommentiert wie ein Erwachsener, redet viel und laut und neigt zum Philosophieren. Seine Interessen liegen im Bereich der Naturwissenschaften. Er spricht Fremde in der U-Bahn an, hört aber
damit auf, sobald er feststellt, dass keine Resonanz kommt. Er ist ein "Sammler und Tüftler", denkt sich viele Sachen aus und setzt sie dann auch kreativ um. Er ist ständig am Basteln.
Felix hat einen hohen Anspruch an seine Leistungen. Wenn etwas nicht funktioniert, reagiert er impulsiv und zornig. Seine Wünsche müssen sofort erfüllt werden, er hat aber auch keine Geschwister und musste nie zurückstecken. Alle "empfohlenen" Impfungen hat er bekommen und bislang auch gut vertragen. Felix hat extrem dicke Mandeln, die fast den ganzen Rachen ausfüllen und lediglich Schnarchen verursachen. Optisch auffallend ist ein "Unterbiss", der den äußerlichen Eindruck erweckt, irgendetwas ist falsch an seinem Aussehen. Verstärkt wird dieser Eindruck auch durch den fast ständig offen stehenden Mund, deshalb neigt er auch zu Speichelfluss. Felix ist sehr warmblütig, er klagt nie über Kälte, deckt sich nachts auf, trägt aber im Winter gerne Wollsocken. Schweiß tritt im Schlaf und bei (sportlicher) Anstrengung auf sowie an den Füßen. Er isst sehr langsam und ist sehr heikel bei der Auswahl von Speisen. An körperlichen Zeichen (Stigmata) wird ein Café-au-lait-Fleck am Unterarm festgestellt. Die Familienanamnese ergibt Krebs, Arthrose, Heuschnupfen sowie degenerative Bandscheibenbeschwerden. Stark auffällig ist die Diskrepanz zwischen dem fast "zurückgebliebenen" Aussehen von Felix und seinem erwachsenen Sprachausdruck sowie seinem geistigen und intellektuellen Entwicklungsstand. Zur Verordnung kommt daher Barium sulfuricum C200. Sechs Wochen nach der Erstanamnese bekomme ich folgenden Bericht: Deutliche Besserung bei Stimmung und Verhalten nach einer einwöchigen Verschlimmerung kurz nach der Einnahme der Arznei. Erst ein Jahr später höre ich von Felix wieder. Seine Mutter berichtet, dass er inzwischen wesentlich ausgeglichener ist. Aktuell leidet er unter Heuschnupfen mit Augenjucken, stark angeschwollenen Schleimhäuten und juckender Haut. Es besteht die Überlegung, eine Klasse zu überspringen. Die Mandeln sind immer noch riesig, er war aber im letzten Jahr ganz wenig akut krank. Die Arznei wird in der C200 wiederholt. Einen Monat später berichtet die Mutter: "In der ersten Woche nach der Einnahme war er glücklich und zufrieden, danach war alles erst mal schlecht. So ist er in der Schule wieder ausgerastet, hat gestört,ist aufgestanden und herum gelaufen. Danach wurde es wieder deutlich besser. Die gleiche Arznei wurde inzwischen zweimal in der C1000 im Abstand von ca. 6 Monaten wiederholt. Die Reaktion war jedes Mal erfreulicherweise gut. Felix wird vermutlich auch in Zukunft noch homöopathische Unterstützung benötigen. Mit seinen Eltern ist vereinbart, dass sie regelmäßig zu Verlaufskontrollen in größeren Abständen in die Praxis kommen.

Renate Krause
Frühlingstraße 29, 82178 Puchheim
www.homoeopathie-krause.de

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