Allgemeine Homöopathische Zeitung 3 / 2005
von Verschiedene Autoren
Kurzbeschreibung:
Sehr geehrte, liebe Leserinnen und Leser,
in den letzten Wochen und Monaten wurde der Vorstand des Deutschen Zentralvereins homöopathischer Ärzte vom Weiterbildungsausschuss der Bundesärztekammer in einer ganz besonderen Weise beschäftigt. Nach drei Jahren Schwangerschaft und heftigen vorzeitigen Wehen soll die neue Musterweiterbildungsordnung im Mai vom Deutschen Ärztetag verabschiedet werden. Die geplanten Änderungen sind vielfältig, es gibt erhebliche Reibungen bei der Abgrenzung der hausärztlichen und fachärztlichen Tätigkeit, und es gibt einige Neueinführungen, wie die Zusatzbezeichnung Akupunktur.
Der Bereich "Homöopathie" ist nun seit etwa 60 Jahren Bestandteil der Weiterbildungsordnung, vor 8 Jahren wurden Kurs- und Weiterbildungszeiten auf 240 Stunden bzw. 3 Jahre verdoppelt. Jetzt wünschen einige Entscheidungsträger eine massive Kürzung. Dabei gab es im Verfahren einen wundersamen Schlingerkurs. Der Textentwurf wurde bei den verschiedenen Beratungen viermal radikal verändert. Vereinzelt trafen wir bei unseren Einsprüchen auf gut meinende Zuhörer in den Ausschüssen, vielfach aber mussten wir feststellen, dass die Entscheidungen von Ärzten getroffen wurden, denen die Homöopathie ein Rätsel ist, oder ein Dorn im Auge, der blind entschlossen macht. Unter solchen Bedingungen kann eigentlich keine sachgerechte Regelung entstehen. Das Trauerspiel ist in den Vereinsmitteilungen genauer geschildert.
Es bleibt nur zu hoffen, dass die Delegierten des Deutschen Ärztetages Ende Mai diese eklatante Einschränkung und die damit verbundene Qualitätsminderung ablehnen.
Wie die Anforderungen an hohe Qualität in einzelnen Weiterbildungskursen umgesetzt werden kann, zeigt der Beitrag "Evaluation eines Modellprojekts - A-F-Kurse" von R. Lüdtke et al.
Zwei Arbeiten - "Farbe als Hilfe zum Finden des Simillimum" von M. Ptok und "Die Farbe in der Homöopathie" von C. Wilbert - befassen sich mit Farbvorlieben als Persönlichkeitsmerkmal und wahlanzeigendem Symptom.
Eine literaturhistorische Gegenüberstellung der Entwicklung in der Anwendung verschiedener Potenzen bei Hahnemann und in der spanisch-französischen Tradition hatC. Henniger in "Q-Potenzen und Potenzakkorde" erarbeitet.
Die Praxis der Homöopathie wird von G. Foerster in zwei Fällen von "Causticum" sowie von K.H. Gebhardt im "Homöo-Quiz" aufgezeigt.
Die kontroversen Ansichten zur homöopathischen Methodik, Inhalt der letzten Ausgabe der AHZ, haben großes Interesse hervorgerufen und einige Gemüter erhitzt. Falls es Ihnen ähnlich erging und Sie noch keinen Leserbrief geschrieben haben: Greifen Sie zur Feder oder zur Tastatur und teilen Sie uns Ihre Gedanken mit. Die nächste Ausgabe wird diese Diskussion dokumentieren.
Gerhard Bleul