Prinzipien der Homöopathie
von Kent, Dr. med. J.T.
Vorwort:
Vorwort des Autors
Diese Vorlesungen wurden in der Post Graduate School of Homoeopathics gehalten, im Journal of Homoeopathics veröffentlicht und werden jetzt in einer etwas überarbeiteten Form den Fachkollegen in der Hoffnung vorgelegt, daß sie sich einigen nützlich erweise, indem sie einen klareren Begriff von den Lehren Hahnemanns geben. Es ist in keiner Weise beabsichtigt, hiermit das Organon zu ersetzen. Sie sollten vielmehr mit diesem zusammen als eine Art Kommentar gelesen werden, in dem das Thema jeder Vorlesung zum gründlicheren Verweilen bei den Lehren im Einzelnen anregen soll, um die Gedanken des Meisters zu unterstreichen und verständlich zu machen. Nicht alle Paragraphen des Organon werden bearbeitet, da viele von ihnen dem Leser genügend klar und ihre Aussage ganz einleuchtend sein dürfte.
Die Homöopathie ist jetzt über die Welt weit verbreitet. Seltsamerweise werden ihre Lehren aber von niemandem so verdreht wie von ihren vermeintlichen Anhängern. Homöopathie handelt sowohl von der Wissenschaft wie von der Kunst des Heilens nach dem Gesetz der Ähnlichkeit, und wenn die Kunst erhalten und weiterentwickelt werden soll unter den Menschen, muß ihre Wissenschaft besser verstanden werden, als das zur Zeit der Fall ist. Die Kunst auszuüben ohne die Wissenschaft ist eine reine Anmaßung, und eine solche Praxis sollte in die Domäne der Empiristen verbannt werden. Der homöopathische Arzt muß die Wissenschaft beherrschen, um die Kunst der Heilung kranker Menschen sicher ausüben zu können.
Es darf nicht erwartet werden, daß dieser Zyklus von Vorlesungen die gesamte Philosophie der Homöopathie abdeckt, aber er ist beabsichtigt als Einführung zu weiteren Studien zu dienen und ein Lehrbuch für Studenten zu sein, um ihnen einen soliden Start zu geben und ihr Interesse an dieser Arbeit zu wecken.
Evanston, Ill. 1. 7. 1900
James Tyler Kent A.M.,M.D.
Vorwort des Übersetzers
Im Rahmen der Bemühungen die Homöopathie zu fördern unterbreitet der Barthel & Barthel Verlag den deutschsprachigen Ärzten mit der Herausgabe dieser Übersetzung von James Tyler Kent "Lectures on homoeopathic Philosophy" den Kommentar zu Samuel Hahnemanns "Organon der Heilkunst" (5.Auflage), der die Gedanken dieses weitsichtigen Forschers in einer seit fast 100 Jahren international als beste Einführung in die klassische Homöopathie anerkannten Schrift.
Ich habe deshalb so getreu wie möglich übersetzt und meinte auf irgend welche zeitgebundenen Zusätze oder Erklärungen verzichten zu können, da das Ganze eine in sich geschlossene Darstellung ist. Es mag jedem Leser überlassen sein, wie er mit den persönlichen Ansichten Kent?s umgehen will, sie fügen sich jedenfalls gut in das Bild vom Menschen und vom Heilen ein, das uns Samuel Hahnemann hinterlassen hat. Das Grundprinzip jenes genialen, überzeitlichen Entwurfs kommt gut zur Geltung.
Mit dieser Übersetzung möchte ich auch die Arbeit meines Freundes Jost Künzli vom Fimmelsberg fortsetzen, der uns in 13 Jahren Spiekerooger Wochen in der Theorie und in praktischen Übungen in die Gedanken Hahnemanns und Kents eingeführt hat.
Die Homöopathie kann, trotz der Gunst der Stunde nur weiter verbreitet und am Leben gehalten werden, wenn jeder homöopathische Arzt sie so gut und genau ausübt, wie ihm dies möglich ist. Auf die Qualität wird es besonders ankommen bei dieser qualitativen Heilkunst, die sich von der quantitativ ausgerichteten Lehrmeinung der heutigen Medizin grundsätzlich unterscheidet.
Celle, im Mai 1992
Dr. Max Tiedemann
Dieses Buch erschien in den beiden ersten Auflagen als Band 1 der Schriftenreihe des Niedersächsischen Instituts für homöopathische Medizin e.V. in Celle (weitere Information am Ende dieses Buches).
James Tyler Kents "Lectures on homoeopathic philosophy" bewähren sich nach fast 100 Jahren immer noch als Dauerbrenner international. Ich übergebe nun die 3.Auflage dem Barthel & Barthel Verlag, um die Grundsätze der reinen Homöopathie Hahnemanns den deutschen Kollegen nahe zu bringen.
Celle, im Februar 1996
Dr. Max Tiedemann