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Synthesis - Repertorium homeopathicum syntheticum Edition 2009 
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Symptomen - Verzeichnis

von Stauffer 
Vorwort:
Ein Repertorium, wie das vorliegende, hat nur Wert für den Arzt, der die homöopathische Arzneimittellehre durchstudiert hat. Damit ist gesagt, daß zuerst ein allgemeiner Überblick über die einzelnen Arzneimittel und ihren Wirkungskreis gewonnen werden muß, wenn man sie richtig anwenden will, und das Repertorium soll dazu dienen, einzelne Krankheitssymptome, die der Studierende und Praktiker unmöglich alle jederzeit im Gedächtnis gegenwärtig haben kann, leicht aufzufinden, um durch Vergleich das Arzneimittelbild mit dem Krankheitsbilde in bestmögliche Übereinstimmung zu bringen, d. h. das Simillimum festzustellen. Das Symptomenverzeichnis ist also lediglich ein Hilfs- und Unterstützungsmittel des stets labilen Gedächtnisses und der Anfänger wird nur ausnahmsweise aus derartigen Zusammenstellungen von Arzneiprüfungssymptomen großen Vorteil ziehen; dem Erfahrenen aber wird die vorliegende mühselige Arbeit oft ein guter Wegweiser zur richtigen Mittelwahl sein - "Eselsbrücke" für den einen, die aufs Glatteis führt, und da kann man leicht ein Bein brechen - "Oraculum" für den anderen, das die schönsten Erfolge zeitigen kann -; denn nicht gar zu selten ist ein Symptom ausschlaggebend für eine Glanzheilung, und nur der Kenner der ausschlaggebenden Krankheitssymptome und der oft so wichtigen Umstände der Besserung und Verschlimmerungen usw. wird die oft nebensächlich erscheinenden Arzneisymptome richtig werten.

Das vorliegende Symptomenverzeichnis ist ein gesichtetes, da es bei weitem nicht alle Symptome enthält, die sich bei den Arzneiprüfungen und aus klinischen Beobachtungen ergeben haben, sondern nur diejenigen, die mir am wichtigsten zu sein scheinen. Ich kann keinen Vorteil erkennen für die Mittelwahl, wenn z. B. unter "Brennen" hundert und mehr Medikamente angeführt werden; es genügen die Hauptmittel. Wichtiger scheint mir zu sein, daß man beim Überlesen des Repertoriums bei jedem der angeführten Mittel sofort, ein Bild seines ganzen Wirkungskreises vor Augen hat, das allerdings nur durch fleißiges Studium der Arzneimittellehre gewonnen werden kann. Um dem Gedächtnis zu Hilfe zu kommen, schien es mir praktisch, häufig vergleichende Zusätze zu machen, und ich war bestrebt, durch Anführung unterscheidender Merkmale nach Kräften die richtige Mittelwahl zu erleichtern. Im Falle des Zweifels müssen noch weitere Symptome im Repertorium verglichen werden, zweckmäßiger wird man aber die Arzneimittellehre zur Hand nehmen, um daselbst die am meistindizierten Arzneimittel durchzustudieren.

Viele Repertorien ordnen die Symptome nach verschiedenen Rangstufen, bis zu fünf, durch Unterscheidung im Druck und die Wertbemessung geschieht meist willkürlich durch den Verfasser. Einen großen Vorteil kann ich in solcher Anordnung nicht erkennen, zumal da jedes Symptom - manchmal ein ganz nebensächlich erscheinendes - das wichtigste und ausschlaggebende für die richtige Mittelwahl sein kann. Ich verzichte deshalb auf Rangeinteilung der Heilmittel und durch Gesperrtdruck werden nur die Arzneikörper hervorgehoben, die ich selbst als bewährt erprobt habe oder die von anderen Praktikern als zuverlässig und in der Praxis bestätigt befunden wurden. In meiner Arzneimittellehre 1) findet man diese Symptome zumeist unter den Leitsymptomen verzeichnet. Die schon erwähnten, häufig beigefügten unterscheidenden Merkmale werden ein Heilmittel besser charakterisieren und sicherere Anhaltspunkte für die Mittelwahl geben, als das durch Fettdruck und ähnliches geschehen kann. Selbstverständlich konnten wegen des Umfanges des Buches die Differentialdiagnosen der Mittel nicht durchgeführt werden, das müßte in einer eigenen Arbeit geschehen und ich empfehle als ein wertvolles Nachschlagebuch zur Differentialdiagnose das homöopathische Taschenbuch von Dr. B a l z l i (Verlag der Hahnemannia, Stuttgart).

Die Anordnung der verzeichneten Symptome ist, um rasch und sicher zu finden, alphabetisch getroffen und das Wort, auf dem das Hauptgewicht liegt, ist an die Spitze gestellt; der Wortlaut der Symptome wurde möglichst, wie er in der Arzneimittellehre zu finden ist, beibehalten, so daß, wer diese durchstudiert hat, leicht die Stichworte im Repertorium auffinden wird. Die Stichworte sind möglichst in deutscher Sprache gehalten; gewisse, jedem Mediziner geläufige Technizismen lassen sich vorerst nicht umgehen, eine spätere Zeit wird einmal ganz aufräumen mit den oft schauderhaften Wortbildungen der medizinischen Wissenschaft, um dem deutschen Wort die Ehre zu geben. Um das Auffinden der gesuchten Symptome nicht zu erschweren, oft unmöglich zu machen, sind die technischen Ausdrücke in dem Verzeichnisse auch zum großen Teil aufgenommen, es wird bei ihnen aber auf das deutsche Wort verwiesen (z. B. Hämorrhoiden s. Afterknoten, oder Illusionen s. Einbildungen), und am raschesten wird Gesuchtes finden, wer sofort bei der deutschen Bezeichnung nachschlägt.

Nach mehrjährigem Gebrauch dieses Repertoriums in der täglichen Praxis habe ich mich zögernd entschlossen, die Arbeit in Druck zu geben, lediglich um meine Arbeiten auf dem Gebiete der Homöopathie zu einem gewissen Abschluß zu bringen. Ich stehe nach wie vor auf dem Standpunkte, daß derartige Symptomenverzeichnisse in erster Linie für denjenigen, der sie verarbeitet hat, von großem Werte sind; es wird aber auch jeder homöopathische Arzt, der bereits tiefer in die Arzneimittellehre eingedrungen und in rein homöopathischem Sinne zu behandeln gewohnt ist, gewisse Vorteile aus diesem Buche ziehen. Ich warne aber nochmals den Anfänger, etwa aus derartigen Symptomzusammenstellungen das passende homöopathische Heilmittel bestimmen und je nach seinen Erfolgen über Wert oder Unwert der Homöopathie ein Urteil fällen zu wollen; er vertiefe sich lieber in das Studium der Arzneimittellehre und des sonstigen homöopathischen Schrifttums, um den tiefen Sinn der Lehre Hahnemanns zu erfassen.

Lindau i. B. im

Der Verfasser.

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