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Laienliteratur, Erste Hilfe & Selbstbehandlung

 

LESEN & HÖREN ... So erklären Sie Ihrem Kind die Homöopathie

 
Für Eltern & Kinder und die Praxis!

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Dana Krieg
Wie Herr Lebenskraft gerettet wurde
Mit vielen Illustrationen und Hörbuch-CD

Wie erkläre ich meinem Kind die Homöopathie? Mit diesem Buch von Dana Krieg ist das kein Problem. Mit einer spannenden Geschichte , vielen schönen Illustrationen und einem Hörbuch ausgestattet, wird Kindern und Ihren Eltern die Homöopathie verständlich erklärt. Von einer Homöopathin für Ihre Kinder geschrieben. Ein schönes und leicht verständliches Buch für Kinder über die Homöopathie. Auch für die Praxis! Zur Leseprobe ... und zur Hörprobe ... 

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Homöopathische Selbstbehandlung in Akutfällen

von Grollmann Heidi; Maurer Urs 
Leseprobe:
1. Kapitel

Einführung
Was ist Homöopathie?

Die Homöopathie ist eine über 200 Jahre alte Wissenschaft. Sie wurde vom deutschen Arzt Samuel Hahnemann entdeckt und etabliert. Die Homöopathie ist eine eigenständige Heilmethode mit eigenen Gesetzen. Der wichtigste Grundsatz lautet: "Similia similibus curentur." Auf deutsch: "Ähnliches möge mit Ähnlichem geheilt werden." D.h. eine Krankheit wird mit einer homöopathischen Substanz behandelt, welche, am gesunden Menschen verabreicht, ähnliche Symptome hervorruft wie diese Krankheit. Zur Erklärung dieser Regel ein Beispiel:
Wenn Sie von einer Biene gestochen werden, werden Sie - je nach individueller Empfindlichkeit - eine rasche Schwellung des gestochenen Teiles, brennende, stechende Schmerzen, grosse Berührungsempfindlichkeit und eine Verschlimmerung durch Wärme, jedoch eine Besserung durch Kälte beobachten. Wenn nun ein Patient eine Krankheit mit obigen Symptomen aufweist (z.B. Nesselfieber, Gelenkentzündung etc.) wird ihm das homöopathische Mittel Apis (Bienengift) schnell helfen.
Oft wird irrtümlicherweise geglaubt, die Homöopathie sei identisch mit Naturheilkunde und sei ein anderer Ausdruck für Pflanzenheilkunde (Phytotherapie), Akupunktur, Fussreflexzonenmassage, Bachblütentherapie, Kinesiologie, etc. Die Homöopathie ist jedoch eine eigenständige Heilmethode mit eigenen Gesetzen. Sie hat mit diesen Heilverfahren nichts zu tun.
Haben Sie noch keine Kenntnisse über die klassische Homöopathie, so empfehlen wir Ihnen als Einführung unser Buch "klassische Homöopathie verstehen". Darin wird diese Heilmethode ausführlich und leicht verständlich vorgestellt.

Das homöopathische Arzneimittel

Es gibt ca. 2000 geprüfte homöopathische Mittel. Sie werden speziell zubereitet. Die Substanzen werden stufenweise verdünnt und verschüttelt (Potenzierung). Bei diesem Vorgang werden die Heilkräfte des Medikamentes verstärkt.
Die homöopathischen Arzneimittel werden hergestellt aus:

Pflanzen, z.B. Sturmhut (Aconitum), Tollkirsche (Belladonna), Küchenschelle (Pulsatilla),

Tieren, z.B. Bienengift (Apis), Buschmeisterschlan-gengift (Lachesis),

Metallen, z.B. Kupfer (Cuprum metallicum), Gold (Aurum metallicum),

Mineralien, z.B. Kieselsäure (Silicea), Kalk (Calcium carbonicum), Schwefel (Sulphur).

Auch durch Krankheiten produzierte Stoffe (Nosoden) kommen zur Anwendung.


Die homöopathische Selbstbehandlung

Die Homöopathie ist eine Heilmethode, welche sowohl bei akuten wie auch bei chronischen Erkrankungen erfolgreich eingesetzt werden kann. Während chronische und immer wiederkehrende Erkrankungen (z.B. Rheuma, Heuschnupfen, chronische Blasenentzündungen, Migräne etc.) in die Hände eines erfahrenen Homöopathen gehören, können einfachere akute Erkrankungen (z.B. Fieber, Erkältungen, Magen-Darmbeschwerden, Insektenstiche etc.) in einem gewissen Ausmass eigenverantwortlich behandelt werden.
Allerdings gilt es immer wieder neu zu überdenken, ob eine medikamentöse Behandlung, auch wenn sie mit homöopathischen Mitteln geschieht, notwendig ist. In der Regel besitzt der Organismus genügend Kraft, sich bei kleineren Unpässlichkeiten selbst zu heilen.
Die Erfahrung zeigt, dass oft zu früh zu Mitteln gegriffen wird. Interessanterweise ist gerade dann die Mittelwahl besonders schwierig, da sich die Symptome und das entsprechende "Mittelbild" noch nicht voll entwickelt haben.
Primär sollten die Selbstheilungskräfte des Patienten evtl. mit Hausmitteln wie Tees, Wickeln, Bädern etc. unterstützt werden. Erst wenn dies nicht ausreicht, respektive die Symptome unerträglich sind, sollte zu homöopathischen Mitteln gegriffen werden.
Alles und jedes mit den Mitteln aus der Hausapotheke behandeln zu wollen, ist nicht ratsam. Damit wird der Organismus von zu vielen energetischen Informationen überhäuft und kann im Notfall nicht mehr gleich gut auf das notwendige homöopathische Mittel reagieren.
Wenn Sie die Grundsätze der klassischen Homöopathie kennen und entsprechend das richtige Heilmittel auswählen und verabreichen, werden Sie erfolgreich einfachere gesundheitliche Störungen selbst behandeln können.
In schweren, lebensbedrohlichen Krankheitssituationen ersetzt die Hausapotheke unter keinen Umständen den Arzt. Hier kann höchstens bis zu dessen Eintreffen ein Mittel lindernd eingesetzt werden.
Falls eine Krankheit regelmässig auftritt und immer wieder mit einem homöopathischen Mittel selbst behandelt wird, heisst es, dass die Krankheit nicht ganz geheilt ist. Hier braucht es ein tiefer wirkendes Medikament, welches nur mit einer ausführlichen Fallaufnahme durch den Homöopathen verschrieben werden kann.
Mit der homöopathischen Hausapotheke haben Sie auch einen Grundstock an homöopathischen Mitteln zuhause, die sie in schwierigeren Situationen nach Absprache mit Ihrem Homöopathen sofort verabreichen können.
Falls Sie bereits in einer homöopathischen Behandlung sind, sollten Sie ohne Rücksprache oder Einverständnis mit Ihrem Homöopathen keine Mittel aus der Hausapotheke nehmen. Sonst könnte die Heilwirkung des von ihm verabreichten Mittels gestört oder unterdrückt werden.



Auswahl des homöopathischen Mittels

Um das richtige homöopathische Mittel zu finden, wird nicht nach dem Krankheitsnamen, bzw. nach der Diagnose gesucht. Wegweisend sind die individuellen Symptome des Patienten.
D.h. es ist weniger wichtig, welche Krankheit der Patient hat, sondern wie sich die betreffende Krankheit beim Patienten äussert. Dabei wird jeder Patient als individuelle Persönlichkeit betrachtet. Es ist durchaus möglich, dass von 5 Patienten, welche an derselben Krankheit (z.B. Durchfall) leiden, jeder aufgrund der individuellen Symptomatik ein anderes Mittel braucht.
Als erstes ist eine genaue Beobachtung und eine ausführliche Befragung des Patienten nötig.

Welche Krankheit hat er? (Durchfall, Fieber, Halsschmerzen...)

Wie ist sein Aussehen? (Bleich, gerötet, aufgedunsen, Ausschläge ...)

Was hat die Beschwerden ausgelöst? (Verletzung, Nahrungsmittel, Hitze, Kälte, Stress ...)
Wie verhält sich der Patient? (Apathisch, ängstlich, aufgeregt, ärgerlich, aggressiv, braucht er Gesellschaft, will er alleine sein...)

Was empfindet der Patient? (Frieren, Schwitzen, Jucken, Stechen ...)

Welcher Art sind die Schmerzen? (Pulsierend, stechend, brennend, ziehend ...)

Was bessert (B:), was verschlimmert (V:) die Beschwerden? (Wärme, Kälte, Ruhe, Bewegung, Tages-, Nachtzeiten ...)

Aufgrund dieser Beobachtungen suchen Sie nun das richtige Mittel.

1. Schauen Sie in der Indikationsliste im 2. Kapitel nach, welche Mittel bei diesen Beschwerden zur Auswahl stehen.

2. Wählen Sie die Mittel, welche am besten mit dem Symptomenbild übereinstimmen.

3. Suchen Sie die entsprechenden Mittel im 3. Kapitel auf und vergleichen Sie diese mit den Symptomen und Beschwerden des Patienten. Das Mittel, welches dem Krankheitsbild am ähnlichsten ist, ist mit grösster Wahrscheinlichkeit das richtige.
Es kann in vereinzelten Fällen vorkommen, dass Sie kein passendes Mittel finden. Manchmal ist es auch schwierig, sich für ein Mittel zu entscheiden, da zwei oder drei in Frage kommen. Meistens hilft Ihnen in dieser Situation eine nochmalige, genauere Beobachtung oder Befragung des Patienten weiter.
Falls das ausgewählte Mittel ungenügenden Erfolg zeigt, so entscheiden Sie sich für das nächstfolgende. Allerdings sollten sie es vermeiden, viele verschiedene Mittel durchzuprobieren. Je mehr verschiedene Mittel dem Organismus zugeführt werden, um so schwieriger kann dieser auf das schlussendlich richtige reagieren.
Sollten Sie das entsprechende Mittel nicht finden, nehmen Sie mit Ihrem Homöopathen Kontakt auf.

Die Medikamenteneinnahme

Es gibt mehrere Punkte, die bei einer Medikamenteneinnahme zu beachten sind und wesentlich zum Erfolg der Behandlung beitragen. In der klassischen Homöopathie wird nur ein Mittel gleichzeitig verabreicht.

Die Medikamente sollten nicht mit der Hand berührt werden, da die Globuli (Kügelchen) mit dem entsprechenden Heilmittel imprägniert sind. Am besten entnehmen Sie diese, indem Sie die Globuli auf einen Plastiklöffel geben oder in den Fläschchendeckel kippen.

Nehmen Sie das Medikament nur bei sauberem Mund ein; nie direkt nach dem Zähneputzen
.
Vor und nach der Einnahme des Mittels sollten Sie 30 Minuten nicht rauchen, essen oder trinken. In akuten Situationen, z.B. nach einem Unfall, kann selbstverständlich sofort eine Gabe verabreicht werden.

Lassen Sie das Medikament langsam im Mund zergehen.

Verzichten Sie auf gleichzeitige Anwendungen mit Kampfer (z.B. Dul-X, Vicks, Pulmex, Migränestifte etc.).

Ebenfalls zu vermeiden sind ätherische Öle und der Genuss von Kaffee. Diese können die Wirkung der homöopathischen Arzneimittel aufheben oder erheblich schwächen.


Die richtige Dosierung

Für die Akutbehandlung hat sich die Potenz C30, bei Arnica die C200 bewährt. Die normale Dosis für Erwachsene wie auch für Kinder beträgt 3-5 Globuli.
In akuten Fällen können die Globuli in einem Glas (ca. 2 dl) Wasser aufgelöst und davon alle 15 Minuten ein Schluck bis zur Besserung getrunken werden. Meistens tritt eine Besserung innert 2-3 Stunden ein.
Oft reicht eine einzige Gabe. Falls nötig, kann das Mittel nach 3 Stunden wiederholt werden. Sobald eine Besserung eintritt, darf kein weiteres Mittel mehr verabreicht werden, auch wenn die Symptome noch nicht ganz verschwunden sind.
Dies ist etwas ungewohnt. Die Regel der minimalen Dosis ist jedoch sehr wichtig. Mit dem homöopathischen Mittel wird der Organismus angeregt sich selbst zu heilen. Wiederholt man die Mittelgabe zu häufig, wird der harmonische Heilungsablauf gestört.

Unter einer Besserung versteht man Folgendes:

Die Krankheitssymptome haben sich vermindert.

Die psychische Verfassung des Patienten ist besser oder er schläft ein. Selbst wenn die Krankheitssymptome unverändert sind (z.B. Fieber immer noch gleich hoch), ist von einer weiteren Gabe abzusehen. Beachten Sie zudem: Nie einen schlafenden Patienten für die Mitteleinnahme aufwecken!

Ein Hautausschlag, Schweissausbruch oder Ausfluss tritt auf. Hier handelt es sich um Heilreaktionen des Körpers. Sie sind als positives Zeichen anzusehen und stellen eine Art Ventil oder "Selbstreinigung" dar. Der Organismus ist dabei, sich zu entlasten, und der Patient fühlt sich anschliessend leichter.

Erst bei einem Rückfall können Sie nochmals eine weitere Dosis des ausgewählten Mittels verabreichen, falls es durch das Symptomenbild noch angezeigt ist. Haben sich die Symptome verändert, so muss ein neues, passenderes Mittel gesucht werden.
Selten tritt nach der Verabreichung eines Mittels eine Verschlimmerung der Beschwerden auf. Dies ist jedoch meistens nur von kurzer Dauer. In der Regel tritt danach schnell eine Besserung ein.


Aufbewahrung der homöopathischen Mittel

Die homöopathischen Heilmittel sind unbeschränkt haltbar, sofern sie richtig aufbewahrt werden. Beachten Sie bitte folgende Punkte:

Die Mittel dürfen nie der Sonne oder Hitze ausgesetzt werden!

Die Mittel müssen vor Licht und Feuchtigkeit geschützt werden!

Die Mittel sollten nicht in der Nähe von stark riechenden Substanzen (z.B. Parfums, Reinigungsmittel, ätherische Öle etc.) aufbewahrt werden!

2. Kapitel:
Indikationen

Abszesse, Furunkel, Karbunkel
Arnica Anfangsstadium. Vor Eiterbildung. Kleine Furunkel am ganzen Körper. Wundgefühl. Berührungsempfindlich

Arsenicum album Brennende Schmerzen. Gefühl, glühende Kohle würde die betroffene Stelle verbrennen.
V: nach Mitternacht, 24.00 - 2.00 Uhr
B: Wärme, warme Umschläge.

Belladonna Anfangsstadium. Vor Eiterbildung. Das am häufigsten angezeigte Mittel bei Zahnwurzelabszess, akutem Drüsenabszess,
Zahnschmerzen, Entzündung der Nagelwurzel, Nagelumlauf. Plötzlich stark pulsierende Schmerzen. Schmerzen kommen
und gehen plötzlich. Die betroffene Stelle ist heiss, rot geschwollen und stark berührungsempfindlich.
V: Kälte, Berührung.
B: Wärme.

Hepar sulphuris Eiterbildung. Schmerzhafter Zahnfleisch-, Zahnwurzelabszess, Zahnfistel ,Zahnschmerzen,Nagelwurzelentzündung,
Nagelumlauf. Berührungsempfindlich. Kleiderdruck unerträglich. Friert, aber schwitzt vor Schmerzen.
V: Kälte, Zugluft, Berührung, Druck.
B: Wärme, warme Umschläge, Einhüllen.

Mercurius solubilis Eiterbildung. Abszesse im Mund mit Speichelfluss, stinkender Mundgeruch. Drüsenabszess. Stechende Schmerzen. Starkes
Schwitzen.
V : nachts, Kälte und Hitze.
B : mässige Temperaturen.

Sulphur Eiterbildung. Brennend, juckend, wundmachend.
V : Wasserkontakt, Wärme, nachts.

Allergien (auf Medikamente, Nahrungsmittel, Pflanzen), Nesselfieber, Nesselsucht (evtl. Arzt aufsuchen)

Apis Hellrote Schwellung. Plötzlich Wasseransammlung im Körper.
Brennende, stechende Schmerzen.
V : Wärme, Berührung.
B : Kälte, kalte Umschläge

Arsenicum album Brennende Schmerzen. Angst und Unruhe. Angst, nicht geheilt zu werden. Schwäche.
V : nach Mitternacht, 24.00 - 02.00 Uhr.
B : Wärme, warme Umschläge

Dulcamara Folgen von Kälte und Nässe. Starkes Jucken bei kaltfeuchtem Wetter.

Pulsatilla Folgen von Schweinefleisch, schweren, fettigen Speisen. Durchfall

Rhus tox. Folgen von Nasswerden, Regen, Feuchtigkeit, starkem Schwitzen, körperlicher Anstrengung, Kontakt mit Pflanzen
Bläschenbildung mit starkem Juckreiz. Haut dunkelrot geschwollen.
V : Kratzen, im Winter.
B : Wärme, Bewegen

Sulphur Brennender Juckreiz.
V : Wasserkontakt, Wärme, nachts

Angina, ohne Eiterbildung
Aconitum Folgen von kaltem, trockenem Wetter, Abkühlung, Wind, Zugluft. Plötzlich starke Halsschmerzen mit hohem Fieber.
Heisser, trockener, roter, brennender Rachen. Rot geschwollene Mandeln. Grosser Durst auf kalte Getränke. Kein
Schwitzen.Angst, Unruhe.
V: Wärme, nachts, Alleinsein.
B: Kälte, Schwitzen, Gesellschaft.

Apis Rachen, Mandeln, besonders Halszäpfchen sackartig, rosarot geschwollen. Brennende, stechende Schmerzen. Beklemmungs-
Erstickungsgefühl. Erträgt keinen engen Kragen.
V: Wärme, Berührung.
B: Kälte, kalte Umschläge.

Belladonna Plötzlich starke Halsschmerzen, besonders rechts, mit hohem Fieber. Hals, Mandeln hochrot geschwollen. Rote Zunge
(Erdbeerzunge). Trockener, berührungsempfindlicher Hals. Klossgefühl. Gefühl eines Hindernisses im Hals. Beim Schlucken
wird der Kopf nach vorne gebeugt. Gereizt, unruhig, aggressiv, lässt sich nicht untersuchen.
V: Kälte, Schlucken, nachts.
B: Wärme.

Ferrum phos. Langsame Entwicklung. Leichtes Fieber. Rachen und Mandeln rot geschwollen. Halsentzündung z.B. bei Sängern.

Ignatia Folgen von Kummer, Sorgen, Liebesenttäuschung, Aufregung. Klossgefühl. Gefühl zu ersticken. Stechende Schmerzen, wenn
nicht geschluckt wird.
V: Leerschlucken, Trinken.
B: feste Nahrung

Nux vomica Rauher Hals, Heiserkeit. Ins Ohr ausstrahlende, stechende Schmerzen. Empfindlichkeit gegen Luftzug und Kälte, frostig.
Sucht Wärme (Ofen, Heizung, offenes Feuer). Ärgerlich, aufbrausend, überempfindlich.
V: Kälte, Zugluft.
B: Wärme

Angina, mit Eiterbildung
Arsenicum a. Brennende Schmerzen. Schmieriger, dunkler Belag. Fauliger Mundgeruch. Trinkt kleine Mengen warme Getränke.
Möchteaufstehen. Muss sich wegen Schwäche wieder hinlegen. Neigung zu kollabieren.Angst, Unruhe.
V: nach Mitternacht, 24.00 - 02.00 Uhr.
B: Wärme, warme Getränke.

Hepar sulf. Verhindert Abszessbildung. Beim Schlucken splitterartige Schmerzen wie von Fischgräten. Stechende, in die Ohren oder in den
Unterkiefer ausstrahlende Schmerzen. Schwitzt mit starker Kälteempfindlichkeit. Starke Schmerz-u. Berührungsepfindlichkeit
Gereizt, ärgerlich, unzufrieden.
V: Kälte, Zugluft, Berührung, Lärm.
B: Wärme, Zudecken, Einhüllen, Ruhe.

Mercurius sol. Mandeln dunkel- bis bläulichrot schmerzhaft geschwollen. Schmerzhafte Halslymphknoten. Schluckzwang. Beim Schlucken in
die Ohren ausstrahlende, stechende Schmerzen. Speichelfluss besonders nachts. Stinkender Mundgeruch. Geschwollene Zunge
mit Zahneindrücken. Nächtliche Schweissausbrüche.
V: nachts, Bettwärme, Kälte und Hitze, Temperaturwechsel.
B: Ruhe, mäßige Temperaturen.
Angst
Aconitum Plötzlich Panik, Todesangst, Angst vor Zahnarzt, Hospitalisierung, Operationen, Wettkampf. Schock nach einem
Verkehrsunfall (ohne Verletzung), Schreckerlebnis, Unwetter, Blitzschlag. Herzklopfen. Grosse Unruhe, Erregung,
Schwindel, Schlaflosigkeit.Kann nicht allein sein. Übertreibt seine Beschwerden.

Argentum nitr. Angstvolle Vorstellungen, Zukunftsangst, Prüfungsangst, Höhenangst, Platzangst (Menschenmenge, Lift, enge Räume),
Lampenfieber. Durchfall mit Blähungen und Aufstossen, Schwindel, Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen.Starke Unruhe
undNervosität. Zittern.
B: Kälte, Frischluft.

Arnica Folgen von Unfall, Verletzungen. Angst vor Berührung. Lässt sich nicht untersuchen. Bagatellisiert seine Beschwerden.

Arsenicum Tiefe Angst, Mutlosigkeit. Angst zu sterben, Angst vor Krankheiten, sich zu infizieren. Unruhe, Ruhelosigkeit, Erschöpfung.
V: nach Mitternacht, 24.00 - 02.00, Alleinsein.

Gelsemium Folgen von schlechten Nachrichten, seelischer Erregung, Angst, Furcht, Schreck, Aufregung.Angst vor kommenden Ereignissen,
Erwartungsangst, Prüfungsangst, Versagensangst. Blackout. Innerlich verkrampft, apathisch, verschlossen. Will Alleinsein.
Kopfschmerzen. "Nervöse" Blase, Reizblase.

Ignatia Theatralisches Verhalten. Starke Nervosität. Überreaktion, überempfindlich. Engegefühl, Klossgefühl im Hals.
Gefühl zu ersticken. Steigert sich in die Beschwerden hinein.
B: Seufzen.

Aphthen, Mundschwämmchen
Arsenicum Bläuliche, geschwürige Aphthen. Brennende Schmerzen. Lippen, Mund und Gaumen stark ausgetrocknet. Muss immer wieder
befeuchtet werden. Trinkt in kleinen Schlucken.
B: Wärme, warme Getränke.

Chamomilla Zahnende Kinder. Ärgerlich, ungeduldig, gereizt, launisch. Durchdringendes Geschrei. Lässt sich kaum beruhigen.
Extreme Schmerzempfindlichkeit.
B: Herumtragen (Kinder).

Mercurius sol. Schwammige, leicht blutende Aphthen. Entzündung der Mundschleimhaut. Mundfäule. Eiterbildung. Geschwürbildung.
Berührung und Kauen sehr schmerzhaft. Stinkender Mundgeruch. Starker Speichelfluss besonders nachts.
V: kalte und heisse Getränke.
B: lauwarme Getränke.

Sulphur Stark brennende Bläschen im Mund. Mundfäule. Saurer, bitterer oder metallischer Mundgeschmack. Übler Mundgeruch.

Arthritis, akute, siehe Gelenkentzündung S. 74

Asthma bronchiale, akut, siehe Atemnot S. 41

Atemnot (evtl. Arzt aufsuchen), siehe auch Husten S. 89
Aconitum Folgen von Angst, Schreck. Atemnot, Beklemmung bei der kleinsten Anstrengung. Plötzlich schwerer, bellender, trockener
Husten ohne Auswurf. Ängstlich, unruhig. Panik. Angst zu sterben.
V: nachts, nach Mitternacht.
B: Aufrechtsitzen, kühle Luft.
Apis Folgen von Bienen- oder Wespenstichen. Allergische Reaktion auf Bienen- und Wespenstiche. Beklemmungsgefühl,
Erstickungsgefühl, erträgt keinen engen Kragen. Brennende, stechende Schmerzen (wie heisse Nadeln). Heisse, hellrote, weiche
Schwellung.
V: Wärme, Hitze.
B: Kälte, kalte Umschläge.

Arsenicum Folgen von Angst, Sorgen, Krankheit, Erschöpfung. Erstickungsangst, Angst sich nicht mehr zu erholen, starke Unruhe, voller
Sorgen, gereizt. Erwacht nach Mitternacht. Starke Erschöpfung. Kann nicht flach liegen bleiben, fürchtet zu ersticken.
Muss aufstehen oder sich aufsetzen. Ruheloses Umhergehen. Herzklopfen mit Erschöpfung. Brennen in der Brust.
V: nach Mitternacht, 24.00-02.00 Uhr, Liegen.
B: Wärme.

Carbo vege. Folgen von Erschöpfung, Kreislaufbeschwerden, Hitze, Lebensmittelvergiftung. Kohlenmonoxydvergiftung (Autoabgase).
Kalter Schweissausbruch. Blassbläuliche Verfärbung des Gesichtes, der Lippen und Fingernägel. Kalte Hände und Füße.
Asthmaanfall nach langem, krampfartigem Husten. Will Luft zugefächelt haben. Atemnot mit starkem Frischluftverlangen.
Magen-Darmstörungen. Aufsteigende Blähungen, die zu Atembeschwerden mit Herzdruck führen. Ohnmachtstendenz,
Erschöpfung.
B: Aufstossen, Windabgang, Kälte, Luft zufächeln, Kleidung lockern.

Drosera Krampfartiger, trockener bellender Husten bis zum Erbrechen. (keine Erschöpfung). Schnell aufeinanderfolgende Hustenattacken.
Hält sich die Brust. Plötzliche Anfälle nach Mitternacht oder beim Hinlegen. Blaurotes Gesicht.
V: beim Hinlegen, nachts, nach Mitternacht.
B: an frischer Luft. (Achtung! Nur 1-2 Gaben verabreichen).

Hepar sulf. Husten mit Erstickungsanfällen besonders nachts. Starke Kälteempfindlichkeit. Anfall, wenn ein Teil des Körpers kalt hat,
unbedeckt ist, oder der Zugluft ausgesetzt ist. Patient fröstelt, kalter Schweiss. Ärgerlich, unzufrieden, gereizt.
V: Kälte, nachts, Trockenheit, Abdecken.
B: Wärme, Feuchtigkeit, warme Dämpfe inhalieren, Sich-Aufsetzen und Kopf nach hinten beugen.

Ipecacuanha Zusammenschnüren in der Brust mit Atemnot. Plötzliches Keuchen, Erstickungsgefühl. Bei jedem Atemzug starker,
rasselnder, unaufhörlicher Husten. Bringt keinen Schleim hervor. Dauernde Übelkeit. Starke Hustenanfälle mit Schleimrasseln
bis zum Erbrechen. Erschöpfung.

Augenentzündung (evtl. Arzt aufsuchen)
Aconitum Folgen von kaltem Wind, Zugluft, Luftdüsen, Fremdkörper, Staub, Lichtreflexion von Wasser oder Schnee (Schneeblindheit),
Erkältung. Trockene, brennende Hitze in den Augen oder starker Tränenfluss.Angst, Angst zu erblinden, grosse Ruhelosigkeit.
B: Kälte, kalte Umschläge.

Apis Folgen von Allergien. Brennende, stechende Augenschmerzen. Augenlider stark geschwollen. Starke Lichtempfindlichkeit.
V: Wärme.
B: Kälte, kalte Umschläge.

Argent. nitr. Folgen von grellem Licht (in die Sonne schauen, Schweiss-, Lötarbeiten, Funken). Eitrige Entzündung, oft mit Kopfschmerzen
Innere Augenwinkel rot geschwollen. Entzündung bei Neugeborenen. Sandgefühl.
V: Wärme, warmes Zimmer.
B: Kälte, kalte Umschläge.

Arnica Folgen von Augenüberanstrengung (Lesen, Fernsehen, Bildschirmarbeit), nach Entfernen eines Fremdkörpers, Reizung durch
Kontaktlinsen, Verletzungen. Wundgefühl. Angst vor Berührung. Lässt sich nicht untersuchen.
B: Wärme, warme Umschläge.

Belladonna Plötzlich pulsierende Schmerzen. Brennende Hitze. Grosse Schmerz- und Berührungsempfindlichkeit. Glänzende, rot
geschwollene, hervortretende Augen mit erweiterten Pupillen.
B: Wärme.

Dulcamara Folgen von Nässe und Kälte, Schwimmen, Erkältungen. Herbstmittel (heisse Tage, kalte Nächte). Jede Erkältung schlägt auf
die Augen. Gelbe Absonderung.

Gelsemium Schwere Augenlider. Augen können kaum geöffnet werden. Starke Lichtempfindlichkeit. Verschwommenes Sehen.
Gut angepasste Brillen stimmen nicht mehr.
B: Dunkelheit.

Ledum Folgen von Insektenstichen ins Augenlid.
V: Wärme, Bettwärme.
B: Kälte, kalte Umschläge.

Pulsatilla Folgen von Erkältungen. Dicke, gelbe, milde Absonderung. Entzündete, verklebte Augenlider, Gerstenkörner.
V: Wärme, drinnen.
B: Kälte, Frischluft, im Freien.

Rhus toxi. Folgen von Nässe, Kälte, körperlicher Anstrengung, Schwimmen. Lichtempfindlichkeit. Stark geschwollene, zugeschwollene
Augen und Augenlider mit gelbem, eitrigem Ausfluss.
B: Wärme, warme Umschläge, Blinzeln.

Staphysagria Schmerzen im Augapfel, als ob dieser zerspringen würde. Schmerzhaft entzündete Gerstenkörner. Lidrandentzündung.
Ausstrahlende Schmerzen in die Schläfe, Gesichtshälfte und Zähne.

Augenüberanstrengung
Argentum nitri. Folgen von anstrengender Arbeit. Sandgefühl. Schmerzende, müde Augen. Innere Augenwinkel rot geschwollen.
V: Wärme, warmes Zimmer.
B: Kälte, kalte Umschläge, Augenschliessen, Druck auf Augen.

Arnica Folgen von Lesen, Bildschirmarbeit, Fernsehen. Wundgefühl. Angst vor Berührung. Lässt sich nicht untersuchen.
B: Wärme, warme Umschläge.

Ruta Folgen von Feinarbeit (Nähen, Stricken), Lesen, Studieren, langen Autofahrten bei schlechter Sicht oder in Dunkelheit. Gerötete,
schmerzende, tränende, heisse Augen mit Sehschwäche. Prellungsgefühl.
V: Kälte.

Augenverletzung (evtl. Arzt aufsuchen)
Arnica Prellung mit Bluterguss, blaues Auge (Weichteilverletzung). Nach Entfernen eines Fremdkörpers. Reizung durch Kontaktlinsen.
Doppeltsehen. Wundgefühl. Angst vor Berührung. Lässt sich nicht untersuchen.
B: Wärme, warme Umschläge.

Ledum Prellung, Quetschung mit starkem Bluterguss. Folgemittel von Arnica, wenn keine Besserung eingetreten ist. Äusserliche Kälte
der verwundeten Stelle, innerlich jedoch brennendes Gefühl.
V: Wärme, Bettwärme.
B: Kälte, Eis, kalte Umschläge.

Staphysagria Schnittverletzung, nach Operationen.

Bänderriss, siehe Verstauchung S. 168

Bänderzerrung, siehe Zerrung S. 181

Bauchschmerzen, siehe Magen-Darmbeschwer-den S. 108

Bindehautentzündung, siehe Augenentzündung S. 43

Bisswunden, siehe Wunden S. 172

Blähungen
Argentum nitricum Folgen von Aufregung, Erwartungsangst, Lampenfieber, Prüfungsangst, Süssigkeiten, Käse, fettiger und salziger Nahrung.
Explosives Aufstossen. Wässriger Durchfall. Starke Unruhe und Nervosität.
B: Aufstossen.

Carbo vegetabilis Folgen von fettigem Essen, Milch. Das einfachste Essen ist unbekömmlich und bildet Darmgase. Stark aufgetriebener
Bauch. Grosse Erschöpfung. Schwäche mit Frischluftverlangen. Aufsteigende Blähungen, die zu Herzdruck und
Atembeschwerden führen. Kalte Schweissausbrüche. Eingesunkenes, blassbläuliches Gesicht.
B: Windabgang, Rülpsen, Luft zufächeln, Kälte.

3. Kapitel:

Mittelbeschreibung

Aconitum

Aconitum napellus, blauer Eisenhut, im Volksmund auch Sturmhut genannt, wächst in den Hoch- und Mittelgebirgen Europas. Die Pflanze ist sehr giftig. Früher wurde sie als Pfeilgift für die Jagd verwendet. Zur Herstellung des homöopathischen Mittels wird die frische, zur Zeit der Blüte gesammelte, Pflanze mit der Wurzelknolle verwendet.
Aconitum ist angezeigt im Anfangsstadium einer akuten Erkrankung. Die Wirkung von Aconitum ist kurz und stürmisch, deshalb der Name Sturmhut. Die Krankheit entwickelt sich ebenfalls sehr stürmisch (plötzlich) und ist verbunden mit grosser Ruhelosigkeit. Der Patient fürchtet sich vor dem Alleinsein. Er spricht vom Sterben und steigert sich oft in eine Todesangst hinein.
Da die Krankheiten meistens von Ängsten, manchmal bis zu Panikzuständen, begleitet sind, wird Aconitum auch als das homöopathische "Angstmittel" bezeichnet. Bei allen akuten Krankheiten mit starker Angst sollte man an Aconitum denken.
Aconitum kommt vor allem bei akutem Fieber und akuten Entzündungen, die häufig durch kalten, trockenen Wind oder durch zuviel Sonne ausgelöst werden, zur Anwendung. Die Entzündungszustände sind oft verbunden mit Herzklopfen.
Der Patient hat grossen Durst. Er friert, fühlt sich jedoch durch Kälte besser. Wärme in jeder Form verschlimmert seinen Zustand.
Die Krankheitsphase, in welcher Aconitum angezeigt ist, geht meist schnell vorüber (1-2 Tage). Aconitum muss dann durch ein anderes homöopathisches Mittel ersetzt werden.

Psyche:
Furcht, Angst, Befürchtungen, Vorahnungen, Angst zu sterben, Angst vor dem Alleinsein (Kind lässt Mutter nicht aus dem Zimmer gehen). Übertreibt seine Beschwerden. Unruhe, Ruhelosigkeit.

Leitsymptome:
Rötung des Gesichtes oder eine Wange rot, andere blass.
Plötzlich hohes Fieber ohne Schweiss.
Grosser Durst auf kalte Getränke.
Ausgeprägtes Kältegefühl.
Herzklopfen mit Angst.

Folgen von:
Angst, Schock, Aufregung, kaltem, trockenem Wind, Zugluft, Kälte, Sonne, Hitzschlag.

Modalitäten:
V : trockene, kalte Winde, Wärme, warmes Zimmer, Lärm, Musik, nachts, Alleinsein, Aufstehen, Liegen auf schmerzhafter Seite.
B : Kälte, kalte Umschläge, kalte Getränke, frische Luft, Schwitzen, Gesellschaft, Zuspruch, Aufrechtsitzen.

Indikationen:
Angina, Angst, Atemnot, Augenentzündung, Blasenentzündung, Blutungen, Brustdrüsenentzündung, Durchfall, Erbrechen, Erschöpfung, Fieber, Geburt, Gelenkentzündung, Grippe, Harnverhalten, Heimweh, Heiserkeit, Herzklopfen, Herzjagen, Husten, Impfreaktionen, Insektenstiche, Keuchhusten, Knochenbrüche, Kopfschmerzen, Lampenfieber, Lebensmittelvergiftung.
Magen-Darmbeschwerden, Masern, Menstruationsbeschwerden, Mumps, Nackensteifheit, Nasenbluten, Nervosität, Neuralgie, Ohrschmerzen, Operationen, Pseudokrupp, Reisekrankheit, rheumatische Beschwerden (akute), Röteln, Rückenschmerzen, Schlaflosigkeit, Schwangerschaftsbeschwerden, Schwindel, Sonnenstich, Verbrennungen, Verrenkung, Verstauchung, Windpocken, Wunden, zahnärztliche Behandlung, Zahnen, Zahnschmerzen, Zerrung.


Apis mellifica

Apis mellifica, die Honigbiene. Zur Herstellung der Tinktur wird das Bienengift der Honigbiene verwendet, welches im Frühjahr die grösste Giftwirkung entwickelt hat. Das Gift der Honigbiene wirkt mit grosser Intensität und löst eine rasche Anschwellung der gestochenen Teile aus.
Charakteristisch für Apis sind brennende, stechende Schmerzen, eine starke Schwellung mit grosser Berührungsempfindlichkeit, wie wir dies von einem Bienenstich her kennen. Die Haut und Schleimhaut der betroffenen Stelle ist sackartig, blassrot geschwollen, z.B. bei Halsentzündung, Nesselfieber etc.
Apis hat ein breites Wirkungsfeld. Dieses Mittel ist auch bei Blasenentzündung angezeigt, wo wir wieder die brennenden, stechenden Schmerzen vor allem am Schluss des Wasserlösens vorfinden.
Das Verlangen nach Abkühlung durch kalte Umschläge ist jedem von einer Biene Gestochenen wohl bekannt. Dementsprechend verschlimmern sich die Symptome durch äussere Wärme, durch strahlende Wärme (Sonne, Heizkörper etc.), weshalb auch die Folgen von Sonnenstich unter die Heilwirkung von Apis fallen.
Das Mittel darf nicht zu früh wiederholt oder gewechselt werden, da die Heilwirkung von Apis eher langsam ist. Nach der Mittelgabe ist eine vermehrte Harnabsonderung ein gutes Zeichen.

Leitsymptome:
Brennende, stechende Schmerzen (wie von einem Bienenstich).
Gesicht und untere Augenlider aufgedunsen.
Hellrote Schwellung.
Wasseransammlung im Gewebe.
Bei Blasenentzündung sind die letzten Tropfen am schlimmsten.

Folgen von:
Insektenstich, Allergie, Kälte, Sonne, Hitze.

Modalitäten:
V: Wärme, Berührung, Bewegung.
B: Kälte, kalte Umschläge.

Indikationen:
Allergien, Angina, Atemnot, Augenentzündung, Blasenentzündung, Eierstockschmerzen, Fieber, Fieberbläschen, Gelenkentzündung, Gerstenkörner, Gürtelrose, Heiserkeit, Impfreaktionen, Insektenstiche, Menstruationsbeschwerden, Mumps, Nagelumlauf, Ohrschmerzen, Röteln, Scharlach, Sehnenscheidenentzündung, Sonnenstich, Verbrennungen, Windpocken, Zahnen, Zahnfleischentzündung.


Argentum nitricum

Silbernitrat, AgNO3 (Salpetersaures Silberoxyd), Höllenstein. In grösseren Mengen ist Silbernitrat sehr giftig, führt zu heftigen
Atembeschwerden, zerstört die Haut, Leber, Milz und die Nieren und führt zu Lähmungen. Bereits im Mittelalter kannten die Alchemisten
die Heilwirkung von Silbernitrat.
Die Hauptwirkung von Argentum nitricum bezieht sich auf das Nervensystem. Der Patient hat schwache und überreizte Nerven. Er fürchtet
sich vor vielem und lebt in ständiger Besorgnis. Dadurch fühlt er sich sehr unsicher und nervös. Kleinste Aufregungen, Prüfungen, bevorstehende Ereignisse, öffentliche Auftritte etc. verursachen Beschwerden wie Herzklopfen, Zittern, Durchfall oder Kopfschmerzen. Entzündungen finden wir oft an den Schleimhäuten der Augen (Bindehautentzündung), des Halses (Heiserkeit) und des Darmes (Durchfall). Argentum nitricum hat einen starken Bezug zum Magen-Darmtrakt. Die Verdauungsstörungen sind von starken Blähungen, plötzlichem Aufstossen und einem grünen Durchfall begleitet.

Psyche:
Starke Nervosität, Unruhe, Zittern, Platzangst, Höhenangst, Erwartungsangst, ständige Befürchtungen.

Leitsymptome:
Durchfall grün, wie gehackter Spinat, Blähungen und explosives Aufstossen.
Getränke verursachen sofort Durchfall.
Großes Verlangen nach Süssigkeiten, die jedoch nicht vertragen werden.

Folgen von:
Aufregung, geistiger Ermüdung, Prüfungsangst, Erwartungsangst (Reisen, Verabredungen, Termine etc.), Höhenangst, Magen-Darmproblemen (Übergenuss von Süssigkeiten, Käse, fettiger und salziger Nahrung).

Modalitäten:
V: Wärme, Süssigkeiten.
B: Kälte, kalte Umschläge, Frischluft, Aufstossen, Druck, (bei Kopfschmerzen) enge Bandage um Kopf.

Indikationen:
Angst, Augenentzündung, Augenüberanstrengung, Blähungen, Durchfall, Erschöpfung, Heiserkeit, Kopfschmerzen, Lampenfieber, Magen-Darmbeschwerden, Nervosität, Operationen, Reisekrankheit, Schlaflosigkeit, Schwindel.


Arnica

Arnica montana, Berg-Wohlverleih, wächst im europäischen Hoch- und Mittelgebirge. Die homöopathische Tinktur wird aus dem getrockneten Wurzelstock hergestellt.
Arnica wurde bereits durch Hildegard von Bingen (1099-1179) sehr ausführlich in ihren Werken als heilende Pflanze erwähnt.
Arnica ist das Hauptmittel bei Verletzungen aller Art. Es wird nach Unfällen, Schock, Blutungen und bei Überanstrengung eingesetzt. Das Mittel hat eine entzündungshemmende, blutungs- und schmerzstillende Wirkung.
Weiter kann Arnica zur Vorbeugung gegen Entzündungen und Blutungen nach Operationen, Zahnextraktionen, Geburten, im Wochenbett etc. und zur besseren Wundheilung angewendet werden.
Bei körperlichen Beschwerden hat der Patient ein starkes Wundheitsgefühl. Er findet keine bequeme Stelle im Bett und alles, worauf er liegt, erscheint zu hart. Er erträgt keine Berührung und lehnt Hilfe ab.

Dosierung: Bei schwereren Verletzungen am 1. Tag C200 ca. alle 3-4 Stunden. Falls nötig, am nächsten Tag nochmals 2 Gaben.

Psyche:
Unruhe, Angst vor Berührung. Bagatellisiert die Beschwerden, lehnt Hilfe ab und will alleine gelassen werden.

Leitsymptome:
Zerschlagenheits- und Wundgefühl.
Starke Schmerzempfindlichkeit. Lässt sich nicht berühren und untersuchen. Alles, worauf er liegt, erscheint zu hart.
Rücken- und Nackenschmerzen besser durch Nachvorne-Beugen, (Hypericum besser durch Nach-hinten-Beugen).

Folgen von:
Entzündungen, Verletzungen, Unfällen, Schock, Überanstrengung.

Modalitäten:
V: Berührung, Bewegung, Druck, Augenschliessen (Schwindel), vor Mitternacht, Kälte.
B: Wärme, warme Umschläge, Ruhe, Kopf nach vorne beugen (bei Nackensteifheit, Schleudertrauma), Liegen.

Indikationen:
Abszess, Angst, Augenentzündung, Augenüberanstrengung, Augenverletzung, Blasenentzündung, Bluterguss, Blutungen, Durchfall, Erschöpfung, Fieber, Geburt, Gehirnerschütterung, Gelenkentzündung, Gerstenkörner, Harnverhalten, Heiserkeit, Husten, Injektionen, Insektenstiche, Keuchhusten, Knochenbrüche, Kopfschmerzen, Muskelkater, Muskelkrämpfe, Muskelschmerzen, Nackensteifheit, Nasenbluten, Operationen, Prellung, Rückenschmerzen, Schlaflosigkeit, Schleudertrauma, Schwangerschaftsb-schwerden, Schwindel, Sehnenscheidenentzündung, Tennisellenbogen, Verbrennungen, Verletzungen, Verstauchung, Wunden, Wundinfektion, Wundlaufen, zahnärztliche Behandlung, Zahnfleischentzündung, Zahnschmerzen, Zerrung.


Arsenicum album

Weisses Arsenik, Arsentrioxid, arsenige Säure As4O3. Das Kristall hat einen metallischen Glanz und wenn es erhitzt oder angezündet wird, entweicht ein knoblauchartiger Geruch.
Arsenicum album hat einen starken Einfluss auf die Verdauungs- und Atmungsorgane, die Haut und das Nervensystem. Die Symptome entwickeln sich sehr rasch. Innert Minuten klagt der Betroffene über starkes Unwohlsein, Magen-Darmkrämpfe, plötzliches Erbrechen und Durchfall. Typisch ist eine rasche Erschöpfung evtl. bis zum Kollaps. Oft steht die Schwäche in keinem Verhältnis zur Erkrankung. Alle Absonderungen stinken faulig, aashaft. Die Schmerzen haben einen brennenden Charakter. Oft sagt der Patient, er habe das Gefühl von glühender Kohle auf der betroffenen Stelle. Ein großes Angstgefühl bis zur Todesangst mit starker Unruhe und Ruhelosigkeit breitet sich aus. Diese Symptome finden wir auch bei Aconitum, aber die Schwäche und Erschöpfung ist nur bei Arsenicum album vorherrschend. Die Unruhe zwingt den Patienten trotz seiner Schwäche zum Aufstehen. Er kann nicht liegen bleiben. Eine deutliche Verschlimmerung der Symptome zeigt sich nach Mitternacht bis ca. 02.00 Uhr.
Arsenicum album hat ein ausgeprägtes Wärmebedürfnis. Sogar seine brennenden Schmerzen werden durch Wärme oder warme Umschläge gelindert.

Psyche:
Todesangst, Angst vor Krankheiten, Angst nicht geheilt zu werden. Jammern. Großse Unruhe.

Leitsymptome:
Grosse Angst, Unruhe, Erschöpfung. Brennende Schmerzen. Alles brennt wie Feuer (Magen, After, Haut etc.).
Erbricht sofort nach dem Essen oder Trinken. Trinkt wenig, befeuchtet nur Lippen.
Kleinste Menge Stuhl oder Erbrechen führt zu einer totalen Schwäche.
Alle Absonderungen stinken stark (Stuhl, Wundsekret, Erbrechen). Unverträglichkeit von Essensgerüchen.

Folgen von:
Allergien, Entzündungen, Infektionskrankheiten, Vergiftungen.

Modalitäten:
V: Kälte, Zugluft, nach Mitternacht, 24.00 - 02.00 Uhr. Alleinsein, Liegen.
B: Wärme (Umschläge, Getränke), drinnen, Sich-Aufsetzen, Kopf hoch-hal-ten (speziell bei Husten mit Atemnot).

Indikationen:
Abszess, Allergien, Angina, Angst, Aphthen, Atemnot, Blasen, Blasenentzündung, Blutungen, Durchfall, Erbrechen, Erschöpfung, Fieber, Fieberbläschen, Grippe, Gürtelrose, Husten, Insektenstiche, Lebensmittelvergiftung, Magen-Darmbeschwerden, Nervosität, Neuralgie, Ohrschmerzen, Scharlach, Schlaflosigkeit, Schnupfen, Schwangerschaftserbrechen, Schwindel, Verbrennungen, Vergiftungen.


Belladonna

Atropa Belladonna, die Tollkirsche, ist eine Giftpflanze. Zur Herstellung des homöopathischen Mittels wird die frische Pflanze während der Blütezeit ohne die Wurzeln verwendet. Bereits in der Antike brauchten die Frauen die Pflanze in der Augenkosmetik zur Erweiterung der Pupillen, daher der Name Belladonna "schöne Frau". Doch nicht selten führte dies zur Erblindung. Im Mittelbild von Belladonna finden wird ebenfalls die erweiterten Pupillen. Belladonna ist ein Heilmittel für das Anfangsstadium von akuten, heftigen, sich rasch entwickelnden Krankheitszuständen. Die Symptome befallen den Kranken plötzlich mit intensivster Heftigkeit. Die Entzündung der betroffenen Stelle äussert sich immer mit ungewöhnlich starker Hitze, Rötung und heftigsten Schmerzen. Bei Fieber steigt dem Patienten die Hitze in den Kopf, was zu einem roten Gesicht, erweiterten Pupillen, angeschwollenen Hals- und Schläfenadern und aufgeregten Zuständen führt. Dabei sind die Hände und Füsse kalt. Belladonna befindet sich im Zustand äusserster Gereiztheit. Z.B. nur das Sich-Setzen einer Person auf seinen Bettrand kommt ihm wie ein Erdbeben vor und seine Beschwerden verschlimmern sich ins Unerträgliche. Sämtliche Sinneseindrücke wie Licht, Geräusche etc. stören ihn. Er möchte nur seine Ruhe. Trotz der starken Hitze und Rötung bei allen Erkrankungen werden die Belladonna-Beschwerden durch Wärme gelindert und Kälte verschlimmert.
Wenn der Patient nach der Mittelgabe ruhiger wird oder schläft, keine weitere Gabe verabreichen, auch wenn das Fieber unverändert hoch ist.

Psyche:
Aggressiv, unruhig, beisst, schreit, schlägt, lässt sich nicht untersuchen. Überempfindlich auf Schmerzen. Phantasiert, ist verwirrt, halluziniert, will Alleinsein.

Leitsymptome:
Hitze, Rötung, Brennen, Schwellung.
Schwellung oder Entzündung hochrot, heiss, stark berührungsempfindlich
Plötzlich blitzartige oder pulsierende Schmerzen. Schmerzen verursachen Delirium.
Pulsierende, geschwollene Schläfen- und Halsadern mit erweiterten Pupillen.
Roter, heisser Kopf mit kalten Händen und Füssen. Kein Durst.

Folgen von:
Abkühlung, Zugluft, Sonne, Hitze, Ärger, Kopf der Kälte aussetzen (z.B. nach Haarewaschen), Erkältung, Entzündung.

Modalitäten:
V: Kälte, Lärm, Licht, Bewegung, Berührung, Erschütterung, Gesellschaft, nachts, Hinlegen, Schlucken.
B: Wärme, Sich-Aufsetzen, Ruhe, Alleinsein, Zurückbeugen (bei Koliken), fester Druck.

Indikationen:
Abszess, Angina, Augenentzündung, Blasenentzündung, Brustdrüsenentzündung, Dreimonatskrämpfe, Fieber, Fieberkrämpfe, Gelenkentzündung, Gerstenkörner, Grippe, Heiserkeit, Husten, Impfreaktionen, Keuchhusten, Koliken, Kopfschmerzen, Masern, Menstruationsbeschwerden, Mumps, Nagelumlauf, Nasennebenhöhlenentzündung, Nervosität, Neuralgie, Ohrschmerzen, Reisekrankheit, Röteln, Scharlach, Schlaflosigkeit, Schwangerschaftsbeschwerden, Schwindel, Sehnenscheidenentzündung, Sonnenstich, Verbrennungen, Windpocken, Wundinfektion, Zahnen, Zahnfleischentzündung, Zahnschmerzen.


Bryonia

Bryonia alba oder dioica, weisse oder rote Zaunrübe, auch Gicht- oder Teufelsrübe genannt. Bereits Hippocrates und die alten Römer kannten die Heilwirkung der Zaunrübe. Die Urtinktur wird aus der frischen, vor der Blütezeit ausgegrabenen, knolligen Wurzel hergestellt.
Kennzeichnend für Bryonia ist die ausgesprochene Trockenheit, die wir bei fast allen Krankheiten vorfinden. Der Mund ist ausgetrocknet, die Lippen sind trocken und rissig. Der Patient hat viel Durst auf grosse Mengen kalter Getränke. Bryonia leidet unter einem trockenen, sehr schmerzhaftem Husten mit stechenden Schmerzen und Wundheitsgefühl in der Brust. Kleinste Bewegungen, z.B. Husten, tiefes Einatmen, und auch Berührung verschlimmern die Beschwerden. Der Kranke presst die Hände während des Hustens gegen die Seite und Brust, um die Schmerzen etwas zu lindern. Die Magen-Darmbeschwerden sind oft auf die Trockenheit der Verdauungsorgane zurückzuführen. Bryonia leidet häufig unter Verstopfung; auch die aktuen Erkrankungen sind oft von Verstopfung begleitet. Bryonia ist ein ausgezeichnetes Mittel bei Entzündungen der Gelenkschleimhäute durch Verletzung, Überbeanspruchung oder rheumatischer Ursache. Die betroffene Stelle wird steif gehalten. Wird das Gelenk mit beiden Händen kräftig zusammengedrückt, kann es langsam bewegt werden.
Typisch für sämtliche Erkrankungen sind die stechenden Schmerzen, die sich durch festen Druck bessern, aber durch leichte Berührung verschlimmern. Alle Beschwerden sind schlimmer durch die geringste Bewegung und besser in absoluter Ruhe.
Bryonia wird in der homöopathischen Literatur auch als Hitzemittel beschrieben, da seine Beschwerden oft durch Überhitzung des Körpers ausgelöst werden.
Die Wirkung von Bryonia ist weniger schnell als bei Aconitum oder Belladonna. Sie geht aber tiefer und hilft oft, wenn die Wirkung dieser beiden Mittel aufgehört hat.

Psyche:
Nicht nur der Körper, auch die Stimmung ist "eingetrocknet". Der Patient ist mürrisch, gereizt, ärgerlich, apathisch und will alleine gelassen werden. Er denkt während der Erkrankung an die Arbeit, das Kind an die Schule.

Leitsymptome:
Starker Durst auf grosse Mengen kalter Getränke.
Trockenheit der Schleimhäute (Mund, Lippen, Nase, Darm, etc.).
Trockener Husten mit stechenden Brustschmerzen.
Hält Brust vor Schmerz.
Stechende Schmerzen, die durch kleinste Bewegung und Berührung schlimmer, durch festen Druck und absolute Ruhe besser werden.
Harte Schwellung (z.B. Mumps, Brustdrüsenentzündung, Verletzung).
Schmerzhafte Steifheit (z.B. Nacken, Rücken, Gelenke).

Folgen von:
Überhitzung, heissem Wetter, Sonnenstich, Hitzschlag, Überanstrengung, Ärger, Zugluft, Erkältung.

Modalitäten:
V: kleinste Bewegung, Augenöffnen, Wärme, warme Getränke, Berührung, Erschütterung, morgens.
B: Druck, Liegen auf schmerzhafter Seite, Stillliegen, völlige Ruhe, Augenschliessen, Kälte, kalte Getränke, kalte Anwendungen, Alleinsein.

Indikationen:
Brustdrüsenentzündung, Durchfall, Fieber, Gelenkentzündung, Grippe, Heiserkeit, Husten, Keuchhusten, Koliken, Kopfschmerzen, Magen-Darmbeschwerden, Masern, Menstruationsbeschwerden, Mumps, Muskelkater, Muskelschmerzen, Nackensteifheit, Nasenbluten, Nasennebenhöhlenentzündung, Ohrschmerzen, rheumatische Beschwerden (akute), Rückenschmerzen, Schleudertrauma, Schwindel, Sehnenscheidenentzündung, Sonnenstich, Tennisellenbogen, Verstauchung, Verstopfung, Zahnschmerzen, Zerrung.


Calendula

Calendula officinalis, die Ringelblume geniesst als Volksheilmittel grosses Ansehen. Für die Herstellung des homöopathischen Mittels wird das frische, blühende Kraut verarbeitet. Calendula wird zur äusseren Anwendung in Form der Tinktur (alkoholischer Pflanzenauszug, 1-2 Teelöffel auf ¼ l Wasser) oder als Salbe bei frischen, offenen Wunden zur Vorbeugung von Infektionen, bei allen schlecht heilenden Wunden, zur Förderung der Gewebebildung und für die Abheilung gebraucht. Bewährt hat sich die äusserliche Anwendung der Pflanzentinktur gleichzeitig mit der innerlichen Anwendung in homöopathischer Form.
Der Wirkungsbereich des homöopathischen Mittels umfasst ebenfalls die gesunde Wundheilung bei Riss-, Schürf- und offenen Wunden. Calendula ist ebenfalls angezeigt bei schlecht heilenden Wunden. Falls zusätzlich zur Wunde noch eine starke Quetschung oder ein Bluterguss vorliegt, kommt Arnica zur Anwendung.
Nicht zu vergessen ist die blutstillende und entzündungshemmende Wirkung von Calendula nach Zahnextraktionen.

Leitsymptome:
Grosse Schmerzempfindlichkeit.
Umliegendes Gewebe ist gerötet und zeigt eine schlechte Heilungstendenz.

Indikationen:
Wunden, Wundinfektion, Wundlaufen, zahnärztliche Behandlung.


Cantharis
Als Ausgangssubstanz für die Herstellung des homöopathischen Mittels Cantharis wird der getrocknete Käfer Cantharis vesicatoria, die Spanische Fliege, verwendet. Der Hauptwirkstoff Cantharidin kommt in den Giftdrüsen des Käfers vor, der das Gift abgibt, wenn er angegriffen wird. In der Volksheilkunde wird die Giftwirkung des Cantharidins in Form von sogenannten Cantharidenpflaster genutzt. Die Pflaster werden auf die Haut geklebt. Innert Kürze bilden sich grosse, wassergefüllte Blasen, die entzündliche Stoffe ausleiten sollen.
Die Hauptwirkung von Cantharis in der Homöopathie erstreckt sich in erster Linie auf die Erkrankung der Harnorgane, also der Nieren und der Blase. Hier ist es das am häufigsten indizierte Mittel. Es entsteht ein dauernder, quälender Harndrang, begleitet von unerträglichen Krämpfen. Die Schmerzen sind stark brennend und schneidend. Typisch für Cantharis: Die Schmerzen treten vor, während und nach dem Wasserlösen auf.
Die zweite Hauptwirkung erstreckt sich auf Entzündungen der Haut. Charakteristisch ist die starke Blasenbildung. Auch hier finden wir die stark brennenden Schmerzen, oft verbunden mit einem Juckreiz. Häufiger Anwendungsbereich sind Verbrennungen aller Art.

Leitsymptome:
Brennende Schmerzen.
Bei Blasenentzündung unerträglicher, ständiger Harndrang.
Kann nur unter stärksten Schmerzen tropfenweise Wasser lassen.
Schmerzen vor, während und nach dem Urinieren. Schneidende Schmerzen in der Harnröhre.
Akute Hautentzündung mit stark brennenden, juckenden Schmerzen.
Wassergefüllte Brandblasen.

Modalitäten:
V: Urinieren, Kaffee und kaltes Wasser trinken.
B: Kälte, kalte Anwendungen, Reiben, mit den Händen auf Unterleib drücken.

Indikationen:
Blasen, Blasenentzündung, Fieberbläschen, Gürtelrose, Insektenstiche, Koliken, Verbrennungen.


Carbo vegetabilis
Carbo vegetabilis, die Holzkohle, wird aus verkohltem Buchen- oder Birkenholz hergestellt.
Ein Patient, der Carbo vegetabilis braucht, leidet oft an Sauerstoffmangel. Dies sehen wir an seiner blassen, bläulichen Gesichtsfarbe, seinen blauen Lippen und am ausgeprägten Verlangen nach Frischluft. Er will Luft zugefächelt oder das Fenster offen haben, obwohl er friert.
Typisch für Carbo vegetabilis ist der Kältezustand. Der Patient friert. Er hat kalte Glieder und oft fühlt sich der ganze Körper eiskalt an. In sehr ausgeprägten Zuständen ist sogar der Atem kalt. Vorherrschend ist der Schwächezustand des Patienten, welcher sich in Schlappheit, Erschöpfung evtl. bis zum Kollaps zeigt. Kalte Schweissausbrüche treten ebenfalls als Zeichen der Kreislaufschwäche und der allgemeinen Erschöpfung auf.
Carbo vegetabilis ist stark gebläht. Der Bauch ist voller Luft, die nach oben steigt und häufig Herzdruck und Atemnot verursacht. Durch das Aufstossen und den Windabgang nimmt der Druck auf das Herz und die Lungen ab. Dies führt zu einer Erleichterung.

Psyche:
Ängstlich, hypochondrisch.

Leitsymptome:
Schwäche, Kreislaufzusammenbruch, kalter Schweiss, kalte Hände und Füsse.
Erschöpfung, Frostigkeit.
Gesicht und Lippen blass bis bläulich. Eingesunkenes Gesicht.
Das einfachste Essen bildet Darmgase. Blähungen im Oberbauch.
Atemnot mit Frischluftverlangen. Will Luft zugefächelt haben (Sauerstoffmangel).

Folgen von:
Fettigem Essen, Milch, Blutungen, erschöpfenden Krankheiten, körperlicher Überanstrengung, Hitze, Unterkühlung.

Modalitäten:
B: Windabgang, Aufstossen, Kälte, Luft zufächeln, Kleider lockern, Liegen.

Indikationen:
Atemnot, Blähungen, Blutungen, Erschöpfung, Heiserkeit, Husten, Insektenstiche, Keuchhusten, Lebensmittelvergiftung, Magen-Darmbeschwerden, Nasenbluten, Reisekrankheit, Schwangerschaftserbrechen, Schwindel, Sonnenstich, Vergiftungen, Zahnfleischentzündung.




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