Die Krebsbehandlung in der Homöopathie Band 1 - Bad Imnau, Juni 1997 - Neuauflage - Erscheinen ca. Sommer 2012
von Spinedi, Dr. med. Dario
Vorwort:
Vorwort von Dr. Dario Spinedi
Vor 20 Jahren fragte ich meinen verehrten Lehrer Dr. Künzli, ob es möglich wäre, daß bei lege artis homöopathisch behandelten Fällen Krebs auftreten könne. Dabei antwortete er: "Nein, wenn der Fall
- lange und
- sorgfältig
- nach den Regeln der reinen Homöopathie behandelt wird."
Mit reiner Homöopathie verstand Künzli die Homöopathie, wie sie von Hahnemann begründet und speziell von Kent weiterentwickelt wurde. Man achte auf die Betonung von "lange und sorgfältig".
Diese Aussage konnte ich dann im Laufe einer 20-jährigen Tätigkeit in meiner eigenen Praxis bestätigen, in der sehr wenige Krebsfälle aufgetreten sind bei Patienten, die sorgfältig homöopathisch behandelt wurden. Wenn man bedenkt, daß ein Viertel der Bevölkerung an Krebs stirbt, ist es verwunderlich, daß so wenige Krebsfälle bei den homöopathisch behandelten Patienten aufgetreten sind.
Diese Beobachtungen und die Aussagen meines Lehrers haben mich zunehmend veranlaßt, mich mit dem Krebsthema zu beschäftigen. Denn das Vorbeugen der Krebsentstehung mit der Homöopathie geschieht anders als die Behandlung des manifesten Krebses. Im ersten Falle behandelt man konstitutionell den Patienten mit der Totalität der Symptome, so wie wir es von unseren Meistern gelernt haben. Der manifeste Krebs, v.a. wenn er fortgeschritten ist, wird immer "einseitiger" und scheint ein anarchistisches Eigenleben zu führen, quasi losgelöst vom Ganzen. Wenn man den Krebs "per se" mit der Homöopathie behandeln will, muß man andere Strategien anwenden.
Wenn man sich in der Literatur umsieht, ist man von einer Fülle von Anregungen und möglichen Zugängen zur Behandlung der Krebskrankheit "überflutet". Die Erfolge sind zwar vorhanden, aber vielleicht noch zu spärlich im Vergleich zum Aufwand.
Es ist mein Streben, auch durch eingehende klinische Forschung an unserer Klinik in Orselina, wo vorwiegend Krebskranke behandelt werden, eine für die Praktiker anwendbare Strategie in der Behandlung des Krebses zu entwickeln.
Dieses Seminar und eine Reihe weiterer Seminare möchten einen Versuch darstellen, wie man die Krebskrankheit homöopathisch und mit Hilfe anderer Methoden behandeln könnte. Die Seminare werden ein Kontinuum darstellen, d.h. sie entstehen aus dem praktischen Alltag der klinischen Arbeit und werden somit auch die Entwicklung widerspiegeln, die im Laufe der Zeit entstehen wird.
Dieses erste Seminar beschäftigt sich vorwiegend mit einer geschichtlichen Studie über die Krebsbehandlung in der Homöopathie und zeigt uns gewisse Tendenzen, wie die zukünftige Entwicklung aussehen könnte.
Orselina, den 18. Mai 1998 Dario Spinedi
Vorwort der Herausgeber
Mit diesem Seminar in Bad Imnau im Juni 1997 hat Dr. Dario Spinedi, einer der bedeutendsten homöopathischen Ärzte unserer Zeit, einer großen Zahl von Kolleginnen und Kollegen eine Zusammenfassung seiner intensiven Suche nach einem Weg der homöopathischen Behandlung von Krebskranken gegeben. Es ist bezeichnend für Dr. Spinedis Bescheidenheit, daß er sich selbst dabei ganz in den Hintergrund stellt. Er beschreibt zunächst nur chronologisch die zentralen und aufeinander aufbauenden Erkenntnisse und Erfahrungen der größten homöopathischen Ärzte, die erfolgreich Krebskranke behandelt haben und behandeln: Hahnemann, Bönninghausen, Burnett, Clarke, Kent, Jones, Carleton, Grimmer, Schlegel, H. Barthel u.a. Seine eigenen Erfahrungen, seine Ängste, Sorgen, aber auch seine wachsende Zuversicht kommen vor allem in der detaillierten Dokumentation seiner zehn Jahre dauernden Behandlung und Begleitung einer Patientin mit Mamma-Karzinom zur Darstellung. Dr. Spinedis Worten nach dienen diese Erfahrungen und die aus ihnen gewonnenen Erkenntnisse für uns heutige, mehr denn je mit dieser schweren Krankheit konfrontierten Ärztinnen und Ärzten, nicht als Patentrezepte, sondern als Diskussionsgrundlage und Werkzeug. Sie sollen uns vor allem Mut machen, uns konkret homöopathisch dieser schweren Krankheit zu stellen.
Die Herausgabe dieser Seminarmitschrift als Buch soll sowohl den Teilnehmerinnen und Teilnehmern dieses sehr "dichten" Seminars, als auch all den anderen Kolleginnen und Kollegen, die mit der Behandlung von Krebskranken konfrontiert sind, ermöglichen, durch die Lebendigkeit der wörtlichen Wiedergabe den Lern- und Erkenntnisprozeß nachvollziehen zu können. Gerade aufgrund dieses Aspekts der Lebendigkeit ist sowohl auf eine inhaltliche Kürzung, wie auch auf eine wesentliche grammatikalische und syntaktische Änderung der Sätze bewußt verzichtet worden. Dr. Spinedi ist Tessiner und spricht ein gut verständliches Deutsch, das an vielen Stellen jedoch im Satzbau seine italienisch-schweizer Muttersprache durchschimmern läßt. Für Kolleginnen und Kollegen, die ihn schon kennen, wird wohl gerade die weitgehende Beibehaltung der Originalsprache die Atmosphäre des Seminars und Dr. Spinedi selbst in seiner liebenswürdigen Art um so deutlicher in der Erinnerung aufleben lassen. Für Kolleginnen und Kollegen, die ihn noch nicht kennengelernt haben, mag der manchmal nicht exakt hochdeutsche Sprachfluß anfangs etwas befremdlich erscheinen, jedoch wird man sich nach einigen Seiten schnell daran gewöhnt haben. Dies möge das Salz in der Suppe sein: die Authentizität und Lebendigkeit einer Seminarmitschrift. Nur an wenigen Stellen, an denen es den Herausgebern ohne die akustische Rückkopplung an die Tonbandaufnahmen schwierig oder unmöglich erschien, den Text nur lesend zu verstehen, wurden kleine Korrekturen im Sinne von Umstellungen im Satzbau oder Ergänzungen vorgenommen. Solche Ergänzungen durch die Herausgeber, wie auch Beobachtungen, die für das Verständnis der Stimmung im Seminarsaal wichtig erschienen, wurden in eckige Klammern [ ] gesetzt, ebenso auch vom Band akustisch nicht verständliche Passagen [...]. Gewisse kurze Abschnitte, wie z. B. Frage- und Antwortwiederholungen aus akustischen Gründen, die aber für das Verständnis des Gesagten keine Bedeutung haben und nur Platz rauben, wurden weggelassen. Worte oder Sätze, die Dr. Spinedi besonders betont hat, sind unterstrichen. Namen von Kolleginnen und Kollegen, die während des Seminars genannt worden sind, wurden abgekürzt.
Wir möchten Dr. Dario Spinedi von ganzem Herzen für seine hingebungsvolle Arbeit danken und dafür, daß er seine Erkenntnisse mit allen interessierten homöopathischen Kolleginnen und Kollegen teilt.
Die Herausgeber, im Mai 1998
Vorwort der Herausgeber zur zweiten Auflage
Wir freuen uns darüber, daß wegen der großen Nachfrage nach Dr. Spinedis Buch schon so bald eine zweite Auflage notwendig wurde. Das bestätigt uns in unserer Ansicht, daß hier ein sehr wichtiges Thema der Homöopathie eine didaktisch und inhaltlich hervorragende Darstellung erfuhr.
Wir haben die Gelegenheit genützt, um den Text formal zu überarbeiten und wünschen viel Freude und Erkenntnis beim Lesen.
Die Herausgeber, im Februar 1999