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Der Neue Farrington - Klinische Materia Medica - Vorlesungen zur Arzneimittellehre und Differenzialdiagnosen - neu bearbeitet und übersetzt von Armin Seideneder - 2. Auflage 2010

von Farrington, E.A. 
Vorwort:
Vorrede zur ersten Auflage
In den Jahren nach dem Tod von Dr. Farrington, publizierte der Herausgeber dieses Werkes mehrere der darin enthaltenen Vorlesungen im Hahnemannian Monthly, North American Journal of Homoeopathy sowie im Monthly Homoeopathic Review. Diese wurden von den Kollegen gut aufgenommen. Einige wurden auch übersetzt und in deutschen, französischen und spanischen Zeitschriften veröffentlicht. Einige Ärzte äußerten den Wunsch, dass diese Vorlesungen in Buchform erscheinen sollten. Mrs. Farrington gab ihre Zustimmung, Dr. Farringtons Manuskript wurde uns zur Verfügung gestellt und Dr. S. Lilienthal willigte freundlicherweise ein, die Vorlesungen nach der Fertigstellung im Manuskript zu sichten.
Weil das für Dr. Farrington Typische in diesem Werk erhalten bleiben sollte, wurde bei den Vorbereitungen zum Druck entschieden, den Stil des Autors weitgehend beizubehalten. liegen jetzt also die Vorlesungen genau so vor, wie sie gehalten wurden, mit Ausnahme von Veränderungen, die sich aus seinem Manuskript oder den veröffentlichten Schriften ergaben.
In das Werk wurden zahlreiche Auszüge seiner Mittelvergleiche aus den "Studies in Materia Medica" eingeflochten, veröffentlicht im Hahnemannian Monthly in den Jahren 1880 bis 1882. Sie sind in den Vorlesungen von Lachesis, Apis, Cantharis und Sepia zu finden. Die Vorlesung über Moschus entspricht weitgehend einem Reprint der Studie über dieses Mittel im Hahnemannian, Januar 1882.
Der Leser sollte bedenken, dass die vollständige Darstellung der homöopathischen Arzneimittellehre in einer Reihe von 72 Vorlesungen nicht zu leisten ist. Dies war Dr. Farrington stets bewusst. Sein Ziel war es deshalb, seinen Studenten nur den Stoff zuzumuten, der sie in die Lage versetzen konnte, ihre Kenntnis der Materia Medica auf einer solch sicheren Basis aufzubauen, dass das weitere Studium dieser Wissenschaft nach ihrem Examen eine relativ einfache Aufgabe sein würde. Wie erfolgreich ihm das gelang, wird von vielen Ärzten bestätigt, die das Glück hatten, die Unterweisungen aus erster Hand zu erhalten.
Zu Dr. Farringtons Manuskript ist noch anzumerken, dass es deutliche Hinweise beständigen Studiums enthält. Häufig hat er zwischen die Zeilen hineingeschrieben und Anmerkungen angefügt. Streichungen fanden sich selten, weil er das Notierte erst niederschrieb, nachdem er es durch eigene klinische Erfahrung oder andere kompetente Beobachter eingehend bestätigt fand. Er realisierte vollkommen die Bedeutung einer Arzneimittellehre für die Homöopathie, die in jeder Hinsicht perfekt sein sollte.

Philadelphia, am 1. Oktober 1887 Clarence Bartlett, M. D.


Vorrede zur zweiten Auflage
Als die erste Auflage dieses Werkes im Herbst 1887 erschien, wurde eine große Stückzahl gedruckt, hinreichend, davon wurde ausgegangen, die Bedürfnisse für eine ganze Weile zu befriedigen. Doch fand es eine solch günstige Aufnahme, dass diese große Stückzahl bereits vergriffen und eine neue Auflage benötigt wird. Zu deren Vorbereitung standen dem Herausgeber wie bisher die Manuskripte der Vorlesungen des Autors zur Verfügung, darüber hinaus Notizen von Studenten, deren Privileg es war, bereits vor den Jahren, die dem Herausgeber vergönnt waren, von Farrington selbst Anweisungen zu erhalten. Das Resultat dieser Revision ist die Hinzufügung einer Reihe symptomatischer Mittelindikationen, die sich auf das gesamte Werk verteilen.
Bei der Vorstellung der zweiten Auflage von Farringtons Klinischer Materia Medica kann sich der Herausgeber nicht enthalten, seiner Bewunderung über die Vollkommenheit des Werkes dieses hervorragenden Autors Ausdruck zu verleihen. Geht man den Index durch, so zeigt sich, dass mehr als 400 Mittel von ihm berücksichtigt wurden; viele davon fanden zwar nur geringfügige Erwähnung, andere aber wurden, entsprechend ihrer Bedeutung, in großem Umfang behandelt. Der therapeutische Index zeigt darüber hinaus, dass kaum eine Kategorie von Beschwerden, denen der Mensch unterworfen ist, keine Aufmerksamkeit fand. Die Behandlung von Krankheiten wie Scharlach, Diphtherie und typhoidem Fieber wird, wie von ihrer Bedeutung her zu erwarten, eingehend dargestellt. Andere, denen man in einer gewöhnlichen Praxis selten begegnet, finden eine Anmerkung am Rande. In all seinem Lehren offenbart sich Dr. Farrington als praktischer Arzt, den Anforderungen ganz aufgeschlossen, die der Student zum Eintritt in die Praxis benötigt.

1. Oktober 1890 Clarence Bartlett, M. D.

Vorrede zur dritten Auflage

Aufgrund des anhaltenden Anklangs unter Homöopathen ist die zweite Auflage dieses Werkes meines Vaters jetzt vergriffen und die Herausgabe einer dritten erforderlich geworden, die ich hiermit in substantiell identischer Form, mit Ausnahme dieser Vorrede, präsentiere. Ich habe das gesamte Werk durchgesehen, sorgfältig den Text mit dem Originalmaterial verglichen und ein oder zwei augenfällige Fehler korrigiert, zudem wurden eine große Anzahl von Notizen zur Materia Medica eingefügt, vor allem Mittelvergleiche, die bisher nicht berücksichtigt wurden.

Philadelphia, am 19. August 1896 Harvey Farrington, M. D.

Vorrede zur vierten Auflage

Farringtons Klinische Materia medica hat ihren Platz unter den Klassikern der homöopathischen Literatur eingenommen. Sie wurde ein Standardwerk für Kollegen und wird von Praktikern im ganzen Land sowie, in der Tat, überall dort konsultiert, wo die Homöopathie ihren Weg gemacht hat. Sie wurde übersetzt und publiziert in deutscher Sprache, auf Spanisch (Mexico), eine Auflage auf Bengalisch (Indien) wird vorbereitet, wenn sie nicht bereits herausgegeben wurde.
Trotz Mängel in der Perfektion, welche der Autor selbst ihm sicher verliehen hätte, wäre es von eigener Hand geschrieben, trägt es doch den Zauber und die Freiheit des Ausdrucks eines sprachgewandten Dozenten in sich, in der Arzneimittellehre versiert und ein Altmeister in deren praktischer Anwendung. Bei der Herausgabe dieser vierten Auflage des Werkes wurden die essentiellen Charakteristika gewissenhaft bewahrt. Die Revision bestand zur Hauptsache in der Elimination weniger uneleganter Ausdrücke, wohl durch zu wortgetreue Übertragung des Stenographentextes bedingt. Über 40 Seiten neuen Materials wurden hinzugefügt, eingeschlossen eine vollständige Vorlesung über Natrium arsenicosum. Doch stammen diese Ergänzungen, mit nur einigen geringfügigen Ausnahmen, aus originalen Manuskriptanmerkungen und Artikeln in zeitgenössischen Journalen des Autors selbst.
Viel Zeit wurde für die Zusammenstellung der Inhaltsverzeichnisse aufgewendet, die jetzt auch die Namen manch kleinerer Mittel enthalten, welche im Rahmen von Differenzierungen Erwähnung fanden, der Alkaloide und weiterer Verweise, die früher weggelassen wurden.
Die Beherrschung der homöopathischen Materia Medica erfordert Jahre des Studiums und genaue Anwendung. Wer gewissenhaft auf dieses Ziel hinarbeitet, wird auf den folgenden Seiten Vieles zur Erhellung dieser Arbeit finden.
Zum Schluss habe ich noch meinem Bruder Dr. Ernest A. Farrington für seine wertvolle Unterstützung bei den Druckvorbereitungen zu danken.

Chicago, Januar 1908 Harvey Farrington, M. D.

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