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Homöopathie und Minerale -AKTIONSPREIS 28,- statt 35,- - Sie sparen 7,-!

von Scholten, Jan 
Vorwort:
Ein Blick hinter die Kulissen

Jahrelang schon äußert Jan Scholten, der Autor dieses Buch seine Unzufriedenheit über die lückenhafte und wenig systematische Kenntnis der homöopathischen Arzneimittel. Auf der einen Seite gibt es eine Gruppe von Arzneimitteln, die sogenannten Polychreste, von denen wir sehr viel, vielleicht sogar zuviel Information zur Verfügung haben. Auf der anderen Seite gibt es eine sehr große Gruppe, von der sehr wenig oder überhaupt nichts bekannt ist. Die letztgenante Gruppe ist es, die in seinem täglichen Praxisleben eine sehr große Rolle spielt. Eine von Jan Scholtens Aussagen ist auch, daß keine "kleinen Mittel" bestehen, sondern lediglich "wenig bekannte".

Als Vorkämpfer für diese in seinen Augen zu unrecht diskriminierten Arzneimittel, scheint er dafür manches Mal die bekannten Mittel zu übersehen. Jedoch erweist sich meistens, daß wir, seine Kollegen aus dem homöopathischen Ärztezentrum das unbekannte und dadurch unterbewertete Mittel (noch) nicht erkennen.

In unserer Gruppenpraxis wurden wir durch ihn immer wieder überrascht, wie er uns neue Darstellungen von unbekannten, aber auch bekannten Arzneimitteln darbot. Dies trägt dazu bei, daß wir unsere Patienten viel differenzierter betrachten und ihnen dadurch auch besser helfen können.

Einem Außenstehender, der mich fragen würde, wo er die Kenntnis über diese Mittel her hat, würde ich antworten, daß er besser fragen solle, wo er sie nicht her hat. Als homöopathischer Arzt ist er vielerlei Gebieten gegenüber aufgeschlossen, mit einem Ziel jedoch vor Augen: sich in der homöopathischen Heilkunde weiterzuentwickeln. Und genau in diesem Gebiet kristallisiert sich seine so erworbene Kenntnis heraus.

Es ist aber nicht so, daß diese Informationsanhäufung kritiklos hingenommen wird. Es sind die Patienten, die das letzte Wort haben. Letztendlich sind sie es, die uns klarmachen, ob die Vorstellungen, die wir von einem Arzneimittel haben, die richtigen sind. Dies gilt
nicht nur für die schon genannten unbekannten Arzneimittel, sondern auch für die sogenannten Polychreste. Kurzum, die Beurteilung
dessen, was sich bei unseren Patienten physisch und psychisch verändert, ist von großer Wichtigkeit. Und dieses Buch zeigt, daß das vor allem bei Mitteln mit einem noch unbekannten Bild sehr wichtig ist. Die meisten Homöopathen gehen davon aus, daß die Arzneimittelprüfung die Grundlage für ein besseres Verständnis eines Arzneimittels ist. Jan Scholten stellt sich auf den Standpunkt, daß die Patienten uns am besten berichten können, was sich bei ihnen abspielt, wenn ihnen durch ein homöopathisches Mittel geholfen wurde. Um an mehr Wissen über
die Wirkung unserer Arzneimittel zu gelangen, müssen wir im allgemeinen mit den psychischen Aspekten mehr in die Tiefe gehen. Wir
dürfen uns nicht mit dem Verschwinden von Symptomen zufrieden geben.

Ein sehr wichtiger und erneuernder Schritt wird in diesem Buch getan, und zwar der Beginn einer Systematisierung der Arzneimittellehre. Bis jetzt ist unser Wisse darüber ohne Zusammenhalt, wie ein Sandhaufen. Dies gilt für die individuellen Arzneimittelbilder, die oft aus einem ungeordneten Brei von Symptomen bestehen. Deutlicher sehen wir das bei Arzneimittelgruppen, die sowohl in botanischer als auch chemischer Hinsicht verwandt sind, homöopathisch hingegen scheinbar nicht.

In diesem Buch wird eine Analyse von Verbindungen gegeben, die chemisch miteinander verwandt sind. Vergleichen wir zum Beispiel die Natriumverbindungen miteinander, dann wird es uns ein wichtiges Stück weiterbringen, wenn wir begreifen, welchen Beitrag der Natriumanteil in dieser Verbindung liefert. Somit ist der erste Schritt das Definieren jedes einzelnen Elements für sich. Der nächste Schritt ist, die Verbindung dieser Elemente untereinander auf dynamische Weise zu begreifen. Das sind die Schritte, die für uns in diesem Buch gemacht werden. Manchmal können wir das Endergebnis dieser Analysen mit dem uns zur Verfügung stehenden Wissen aus der Materia Medica begreifen. Lesen Sie beispielsweise die Analyse von Natrium muriaticum in Beziehung auf die durch Hahnemann beschriebene Idee, daß die Mutter gestorben ist
(CK, Natrium muriaticum, Symptom Nr. 97, lautet: Gedächtnis-Mangel, dass er glaubte, seine (stündlich anwesende) Mutter sei gestorben, weil er sich nicht erinnern konnte, sie gesehen zu haben.)

Es ist oft nicht leicht das Endergebnis nachzuvollziehen, durch die Eigenschaft des Autors, die Informationen, die von verschiedenen Seiten komme, vor allem von den Patienten, auf sehr kreative Weise miteinander zu verbinden. In diesen Fall wird es für den Leser nicht immer einfach sein, das grob skizzierte Bild wertzuschätzen, so hilft jedoch ein durch Hahnemann gegebener Ratschlag: " Aude sapere" ("Wage zu wissen"). Denn es ist nicht nur eine Sammlung von sehr interessanten Arzneimittelbildern, die uns dieses Buch zu bieten hat. Sein Wert ergibt sich aus der Denkweise, die diesen Bildern zugrunde liegen. Haben wir uns diese angeeignet, dann können wir selbst die Elemente, die in diesem Buch beschrieben sind, weiter ergründen und sie auf kreative Weise miteinander verbinden. Selbst wende ich diese Methode oft schon an. Diese Denkweise läßt sich sogar auf noch nicht beschriebene Elemente übertragen.

Dadurch kann dieses Werk ein Anfang eines sehr wichtigen Schrittes voran in der homöopathischen Heilmethode sein, und wir können es als erstes Organon (Werkuch) auf dem Gebiet der Homöopathischen Arzneimittellehre betrachten. In der täglichen Praxis sollten wir die von Jan Scholten geborgenen Rohdiamanten, die noch geschliffen werden müssen, in ihrer vollen Pracht erstrahlen lassen.

Rienk Stuut



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